Wer hat wann gefeuert, wann zu viel geredet, wann die Verwundeten zu langsam evakuiert? Mit der neuen „Gladiator Training Data Analytics“-Plattform macht Thales die Gefechtsausbildung erstmals wirklich objektiv auswertbar. Auf der heute beginnenden Eurosatory in Paris wird das System offiziell vorgestellt.
Gefechtsübungen erzeugen enorme Datenmengen. Was nach Aussage von Thales bislang fehlte, war ein Weg, diese Daten schnell und zuverlässig in verwertbare Erkenntnisse zu überführen. Thales stellt dazu ab heute auf der Eurosatory 2026 in Paris mit Gladiator Training Data Analytics eine KI-gestützte Auswerteplattform vor, die genau diesen Engpass adressiert.
„Als weltweit führender Anbieter von Live-Landtrainings bietet Thales Ausbildern und Soldaten ein klares, gemeinsames und objektives Bild davon, was vor Ort geschehen ist“, erklärt Benoit Broudy, Vice President Training & Simulation bei Thales.
Bevor die Erschöpfung und zeitliche Distanz nach mehreren Übungstagen die Nachbesprechung ineffizient machen, soll die Analyse unmittelbar auf das Ereignis folgen.
„Einheiten sind in der Lage, schneller zu lernen und dann ihre beste Leistung zu erbringen, wenn es darauf ankommt“; so Broudy weiter. „Jede Übung wird zu einer Quelle operativer Vorteile bereitgestellt unter Einhaltung höchster Sicherheits- und Souveränitätsstandards.“
Das Problem – Datenflut, Zeitmangel, Subjektivität
Ein bis zwei Ausbilder, die für hundert Soldaten eine dreißigminütige Nachbesprechung durchführen und das nach vier Tagen Dauerübung. Das ist kein Randproblem, sondern der Normalfall in Gefechtsübungszentren.
Dazu kommt, dass – im Falle der Budneswehr von Treffern durch AGDUS einmal abgesehen – oft nur die subjektive Wahrnehmung der Ausbilder in die Debriefings Einzug hält. Nachbesprechungen sind somit zwangsläufig lückenhaft, subjektiv und langsam.
Genau diesen Spielraum will Thales schließen. Mit dem laserbasierten Gladiator-System könne man nicht mehr sagen: „Das war ich nicht“. Die Soldaten gewinnen oder verlieren – und Thales weiß, wie und warum.
Die Lösung – KI, Lasergenauigkeit und Souveränität
Gladiator Training Data Analytics aggregiert alle Sensordaten aus einer Übung – von Laser-Treffererfassung an Soldaten und Fahrzeugen über Waffennutzung bis zu Funk-Kommunikation – und verarbeitet sie automatisch zu strukturierten Auswertungen.
Die Plattform stellt zudem eine interaktive Zeitachse mit allen Schlüsselereignissen bereit, eine vollständige Übungswiederholung per Replay-Funktion sowie taktische Kennzahlen, die direkt an den klassischen Grundsätzen der Kriegführung ausgerichtet sind: Kräftekonzentration, Waffenvielfalt, Zusammenspiel von Feuer und Bewegung.
Besonders bemerkenswert ist das KI-gestützte Kommunikationsanalysemodul. Funkgespräche sollen automatisch transkribiert, kategorisiert und ausgewertet werden. Spricht ein Trupp zu lange, zu oft oder wiederholt Informationen unnötig, erscheint das als messbarer KPI. Im hochintensiven Gefecht und unter Einsatz elektronischer Kampfführung des Gegners ist Funkdisziplin überlebenswichtig. Auch die kann jetzt objektiv gemessen werden.
Alle Auswertungen stehen laut Thales innerhalb weniger Minuten nach Übungsende bereit – auf einem einzigen Laptop, ohne Internetverbindung, ohne Cloud, ohne externe Server. Die Trainingsdaten verbleiben vollständig beim Nutzer – Thales hat keinen Zugriff darauf. Eine Datensouveränität, die kein Lippenbekenntnis sei, sondern für Thales von besonderer Bedeutung.
Skalierbar vom Zug bis zur Division
Das Gladiator-System, auf dem die Analyseplattform aufsetzt, ist seit Jahren in Frankreich, der Schweiz und weiteren Ländern in Europa und dem Nahen Osten im Einsatz. Allein das Zentrum in Mailly-le-Camp bildet rund 15.000 Soldaten pro Jahr aus. Angesichts der Rückkehr zu Hochintensitätskonflikten und dem Anspruch der französischen Armee, bis 2027 auf Divisionsebene trainieren zu können, wird das System zunehmend auch in mobilen Konfigurationen eingesetzt.
Die neue, von Thales vorgestellte Analyseplattform Gladiator Training Data Analytics ist nach gleichem Prinzip konzipiert. Auch sie soll ortsunabhängig einsetzbar sein und damit nicht nur im Gefechtsübungszentrum, sondern überall.
Üben, was wichtig ist
Thales präsentiert mit Gladiator Training Data Analytics eine Plattform auf der Eurosatory, die einen Engpass in der militärischen Ausbildung adressieren soll. Die Kombination aus Präzision, Geschwindigkeit und Datensouveränität soll laut Thales einen Nerv bei Streitkräften treffen, die sich auf einen hochintensiven Krieg vorbereiten müssen.
Was können die Soldaten wirklich und wo sind Schwachstellen? Dies bei militärischen Übungen herauszufinden, soll mit der neuen Lösung wesentlich einfacher werden. Auch wenn der kommerzielle Launch erst heute erfolgt, sollen erste Testläufe mit Armeen laut Thales bereits laufen
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