Die brasilianische Marine konnte gestern die erste von vier bereits bestellten Fregatten der Tamandaré-Klasse in Dienst stellen. Die Schiffe basieren auf der MEKO A-100 von TKMS. Der deutsche Schiffsbauer konnte sich zudem durch eine mit Embraer und dem brasilianischen Verteidigungsministerium unterzeichneten Absichtserklärung den Auftrag für vier weitere Schiffe sichern.
Das erste Schiff des Fregattenprogramms der Tamandaré-Klasse, die „Tamandaré“ (F200), wurde gestern in Rio de Janeiro offiziell in die brasilianische Marine aufgenommen. Das Schiff entstand auf der Werft in Itajaí in weniger als vier Jahren. Laut einer TKMS-Meldung ist die Tamandaré das modernste Marineprojekt, das jemals in Brasilien entwickelt wurde.
Die Fregatte basiert auf der MEKO A-100-Plattform und ist unter anderem mit dem TRS-4D AESA C-Band Multifunktionsradar von Hensoldt, dem STIR 1.2 EO Feuerleitradar von Thales und dem NSX X-Band-Navigationsradar von Anschütz ausgestattet.
Technische Daten – Tamandaré-Klasse (F200)
- Verdrängung: 3.500 Tonnen
- Abmessungen: 107,2 m lang, 16 m breit,
- Tiefgang: 5,2 m
- Antrieb: 4 × MAN V12 Dieselmotoren (21.280 kW Gesamtleistung)
- Höchstgeschwindigkeit: 25,5 Knoten
- Reichweite: 5.500 Seemeilen
- Besatzung: ca. 130 Personen
- Bewaffnung:
- 12 × Sea Ceptor Flugabwehrlenkflugkörper (VLS)
- 8 × MANSUP Anti-Schiffs-Lenkflugkörper
- 1 × Oto Melara 76 mm Geschütz
- 1 × Sea Snake 30 mm Kanone
- 2 × 3er-Torpedorohre Mk 54
- Bordhubschrauber: S-70B Seahawk oder H225M (+ ScanEagle-Drohne)
„Wir sind seit den 1980er Jahren Partner der brasilianischen Marine, als wir gemeinsam die erfolgreichen U-Boote der Tupi-Klasse entwickelten“, erinnerte der zur Zeremonie angereiste CEO von TKMS, Oliver Burkhard. „Das Projekt zeigt, wie eine strukturierte internationale Zusammenarbeit strategische Fähigkeiten verbessern und gleichzeitig die lokale industrielle Basis stärken kann.“
An dem Bau der Fregatten sind rund 1.000 brasilianische Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette beteiligt. Etwa 2.000 Fachkräfte sind nach Unternehmensangaben direkt mit dem Bau der Schiffe beschäftigt. Nach Angaben von TKMS und Embraer wird der Multiplikatoreffekt des Projekts auf etwa 6.000 indirekte und 15.000 induzierte Arbeitsplätze geschätzt.
Absichtserklärung für Erweiterung des Programms
Nachdem die erste Fregatte gestern ihren Dienst antreten konnte, folgen aktuell noch drei weitere Tamandaré-Fregatten. Sie sollen bis 2029 fertiggestellt werden. Parallel zur Indienststellung unterzeichneten TKMS und Embraer eine Absichtserklärung mit dem brasilianischen Verteidigungsministerium zum Bau einer zweiten Serie von erneut vier Schiffen. Ein Vorhaben, dass auch die deutsche Regierung unterstützt.
„Die Weiterführung mit einer neuen Fregattencharge ist unerlässlich“, zeigte sich Burkhard überzeugt, „um kritische Fähigkeiten aufrechtzuerhalten und das durch den Technologietransfer im Rahmen des Tamandaré-Programms gewonnene Wissen zu bewahren.“
Dabei liegt der Absichtserklärung noch kein fertiger Vertrag zugrunde. Es geht vielmehr darum, eine neue Bestellung von vier Fregatten der Tamandaré-Klasse mit der Regierung Brasiliens auszuhandeln, erklärte Bosco da Costa Junior, Präsident und CEO von Embraer Defense & Security.
So solle „die langjährige Partnerschaft zwischen Brasilien und Deutschland sowie die strategische Zusammenarbeit mit TKMS bekräftigt werden“. Ein Schritt, der die brasilianische Verteidigungsindustrie stärken und Exportmöglichkeiten für beide Länder schaffen werde. Eine solche könnte in Portugal bestehen. Hier gibt es Interesse an der Tamandaré-Fregatte.
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