Bei einem Besuch bei TKMS in Kiel haben Verteidigungsminister Boris Pistorius und sein indischer Amtskollege Rajnath Singh die strategische Partnerschaft beider Länder vertieft. Ein besonderer Fokus galt dabei dem milliardenschweren U-Boot-Projekt P75(I), dessen Vertragsunterzeichnung innerhalb der kommenden drei Monate erwartet wurde. Zusätzlich wurde in Berlin heute früh eine Defence Industrial Corporation Roadmap zwischen Indien und Deutschland unterschrieben.
Bei einem gemeinsamen Besuch beim U-Boot-Bauer TKMS in Kiel haben Pistorius und Singh die Leistungsfähigkeit deutscher U-Boot-Technologie hervorgehoben. Nach einem Rundgang durch die Fertigung und einem Austausch mit der Besatzung des U-Boots U34 zeigte sich Pistorius beeindruckt: „Das war sehr eindrucksvoll, diese U-Boot-Expertise einmal mehr zu erleben.“
Der indische Verteidigungsminister schrieb später auf X: „Ein aufschlussreicher Besuch, bei dem modernste Technologien und fortschrittliche maritim-militärische Fähigkeiten vorgestellt wurden und der für die Zusammenarbeit im maritimen Bereich von gegenseitigem Nutzen sein wird.“
75 Jahre Diplomatische Beziehungen
Der Besuch fällt in ein symbolträchtiges Jahr, in dem Deutschland und Indien 75 Jahre diplomatische Beziehungen feiern. Vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen gewinnt die Partnerschaft weiter an Gewicht. Pistorius betonte die strategische Rolle Indiens im Indopazifik: „Indien ist für uns einer der wichtigsten strategischen Partner im Indopazifik.“
Beide Länder seien mit ähnlichen sicherheitspolitischen Herausforderungen konfrontiert und engagierten sich gemeinsam für Stabilität und eine regelbasierte internationale Ordnung. Zwar sei Indien im juristischen Sinne kein NATO-Partner, doch faktisch durchaus. Dabei sollten Deutschland und sein NATO-Partner allerdings nicht aus den Augen verlieren, dass Indien im Verteidigungsbereich auch mit Russland zusammenarbeitet.
6 TKMS-U-Boote für Indien
Im Zentrum der deutsch-indischen Gespräche stand die Rüstungskooperation, insbesondere das U-Boot-Projekt P75(I). Dieses sieht die Produktion von sechs U-Booten in Indien vor, wobei große Teile der Wertschöpfung in Kiel liegen soll – ein „potenzielles Leuchtturmprojekt“.
Pistorius äußerte sich optimistisch zum Fortgang des indischen Projekts: „Ich bin sehr, sehr zuversichtlich, schon bald unterzeichnen zu können.“ Nach Gesprächen mit Singh sehe er die Verhandlungen klar auf Kurs, eine Einigung könnte in den kommenden drei Monaten erzielt werden.
2 neue Partnerschaften mit Deutschland
Darüber hinaus unterzeichneten beide Seiten zwei Vereinbarungen: ein Memorandum zur Zusammenarbeit bei UN-Friedensmissionen sowie eine auf zehn Jahre angelegte Defence Industrial Corporation Roadmap. Pistorius bezeichnete letztere als „einen echten großen Schritt nach vorne“ da das Papier eine Zusammenarbeit sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in der Produktion vorsehe.
„Es ist eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, darauf legen wir beide sehr viel Wert“, erklärte Pistorius, „denn auch Indien verfügt über eine exzellente Rüstungsindustrie. Wir können wechselseitig voneinander sowohl industriell als auch bei den Streitkräften profitieren.“
Auch die militärische Zusammenarbeit solle weiter vertieft werden. Beide Marinen stehen im engen Austausch über Übungen, Ausbildung und den Betrieb moderner Systeme. Damit wird deutlich: Die deutsch-indischen Beziehungen entwickeln sich zunehmend zu einer umfassenden sicherheitspolitischen Partnerschaft mit wachsender strategischer Tiefe.
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