Eurosatory: ARW39CAT-A vorgestellt – unbemannter Katamaran aus Spanien

Mit dem ARW39CAT-A feierte das spanische Unternehmen ARMMO Defence Technologies auf der Eurosatory 2026 die Premiere eines unbemannten Katamarans, der für Einsätze von Aufklärung über elektronische Kampfführung bis zur Drohnenabwehr modular konfigurierbar sein soll. Gezeigt wurde eine Konfiguration mit kinetischem Waffenturm und der Interceptordrohne Bandit-X. ARMMO konnte in Paris auch eine neue Kooperation verkünden.

Ungewöhnlich: Ein unbemanntes Boot auf der Eurosatory: ARW39CAT-A von ARMMO aus Spanien.
Ungewöhnlich: Ein unbemanntes Boot auf der Eurosatory: ARW39CAT-A von ARMMO aus Spanien.
Foto: CPM / Navid Linnemann

ARMMO Defence Technologies, dessen Hauptsitz in Madrid liegt, nutzte die Eurosatory 2026 in Paris für die Vorstellung eines unbemannten Überwasserfahrzeugs, welches schnell auf dem Wasser unterwegs ist und ein eine relativ große Menge Nutzlast mitführen kann, ohne ein einziges Besatzungsmitglied an Bord.

In Paris betonte ein Sprecher von ARMMO gegenüber Defence Network, dass es sich um eine gänzlich neue Präsentation handle. Bis zur Eurosatory war lediglich die spanische Marine mit dem Projekt befasst, die offizielle Erstvorstellung erfolgte auf der Messe selbst.

Stabilität durch Doppelrumpf-Bauweise

Der ARW39CAT-A ist ein 12 Meter langer, taktischer unbemannter Katamaran mit einer Breite von 3,8 Metern, gefertigt aus Verbundwerkstoffen in Doppelrumpf-Konfiguration, die eine außergewöhnliche Stabilität bei hoher Geschwindigkeit ermöglicht, welche ein Einrumpf-Boot ähnlicher Länge nicht erreichen könnte.

Laut ARMMO erreicht das Fahrzeug Geschwindigkeiten zwischen 55 Knoten, die taktische Reichweite liegt bei 600 Seemeilen (rund 1.000 km), bei einer Zuladungskapazität von 800 bis 1.200 Kilogramm.

Als Motorosierung nutzt das USV derzeit zwei Volvo Penta mit 480 PS.
Als Motorosierung nutzt das USV derzeit zwei Volvo Penta mit 480 PS.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Konzeptionell ist der ARW39CAT-A bewusst modular und herstelleroffen ausgelegt. Sowohl Antrieb als auch Bewaffnung seien flexibel an Kundenanforderungen angepasst werden können. Auf der Eurosatory gezeigt wurde das unbemannte Boot mit zwei 480 PS starke Penta-Motoren von Volvo.

Möglich ist auch die Integration unterschiedlicher Effektoren von Drittanbietern bis hin zu kleineren Lenkflugkörpern, sofern sie in das Gewichts- und Platzbudget der Plattform passen. Die im Rahmen der Eurosatory gezeigte Bewaffnungskonfiguration umfasst die TRAKON 30 RCWS vom türkischen Hersteller Unirobotics, die besonders für die Drohnenabwehr geeignet sein soll.

Use Case: Drohnenabwehr auf See

Das Kürzel CAT steht für Autonomous Tactical Corvette, also eine autonom agierende und taktisch einsetzbare „Korvette“. Hier deutet sich bereits ein Use-Case der ARW39CAT-A an: In der Vorstellung von ARMMO begleiten je fünf der unbemannten Fahrzeuge eine Fregatte und sorgen so für deren Schutz.

Die Kontrollstation der Drohnen zeigt ein mögliches Missionsprofil.
Die Kontrollstation der Drohnen zeigt ein mögliches Missionsprofil.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Gegenüber Defence Network betonte ein Vertreter von ARMMO: Das Boot ist als unterstützende Einheit gedacht, die die Sensor- und Wirkfähigkeit einer Fregatte vervielfacht, ohne diese direkt zu ersetzen. Das in Paris vorgestellte Einsatzkonzept sieht vor, dass eine Fregatte mittels eigener Sensorik anfliegende Bedrohungen detektiert und daraufhin den Befehl zum Abfangen an einen oder mehrere Katamarane gibt.

Der Abstand zwischen Fregatte und Einsatzboot kann dabei je nach Bedrohungslage von wenigen Hundert Metern bis zu einem Kilometer variieren. Die TRAKON-30-Bewaffnung ist insbesondere für den Counter-UAS-Einsatz mit Annäherungszünder-Munition ausgelegt und kann so kleine bis größere Drohnenschwärme über Wasser abwehren.

Auch eine U-Boot-Abwehrvariante mit Leichtgewichtstorpedo wurde im Gespräch als mögliche Erweiterung genannt, wobei der Unternehmenssprecher einräumte, dass die Erkennungsreichweite gegen Unterwasserbedrohungen die größere Herausforderung bleibt und ergänzende Sensorik – etwa per Hubschrauber – sinnvoll sein kann.

Bandit-X: Die eigene Interceptor-Drohne von ARMMO

Doch zurück zum Drohnenabwehr-USV: Ergänzt wurde die Bewaffnung des Katamarans durch die unternehmenseigene Interceptor-Drohne Bandit-X, die zur Unterstützung von C-UAS-Missionen entwickelt wurde. Zwanzig Interceptordrohnen können auf einem ARW39CAT-A mitgeführt und eingesetzt werden.

Bis zu 20 Interceptordrohnen Bandit-X kann die ARW39CAT-A mitführen.
Bis zu 20 Interceptordrohnen Bandit-X kann die ARW39CAT-A mitführen.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Bandit-X fliegt mit bis zu 350 Stundenkilometern gegen feindliche Drohnen. Als Reichweite gibt ARMMO rund 30 bis 40 Kilometer und eine Flugdauer von maximal 15 Minuten an. Neben der kinetischen Wirkung kann die Bandit-X auch mit 800 Gramm Nutzlast ausgestattet werden.

ARW39CAT-A soll mit neuer Partnerschaft in Serie gehen

ARMMO nutzte die Eurosatory auch, um die Kooperation mit Unirobotics durch eine Vereinbarung zu bekräftigen. Vertreter beider Unternehmen besiegelten mit einem Händedruck, der „manchmal mehr wert als tausend Treffen“ sei, dass die türkischen Waffenstationen zukünftig als gesetzt gelten dürften.

ARMMO-CEO Jaime Abrisqueta zeigte sich auch über den ARW39CAT-A als solchen stolz: „All dies wäre ohne die außergewöhnliche Arbeit unserer ukrainischen und europäischen Ingenieurteams, unserer Industriepartner und aller Beteiligten an der Umsetzung ambitionierter Konzepte in operative Fähigkeiten nicht möglich gewesen“, erklärte CEO.

Als Bewaffnung kommen laut ARMMO auch zwei Naval Strike Missiles (NSM) von Kongsberg infrage.
Als Bewaffnung kommen laut ARMMO auch zwei Naval Strike Missiles (NSM) von Kongsberg infrage.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Zur geplanten Serienfertigung machte ARMMO in Paris am Stand konkrete Angaben: Die Produktionsrate liegt derzeit bei fünf Einheiten pro Jahr, wobei die Fertigungskapazität bei entsprechender Nachfrage skalierbar ist und durch die jüngste Kooperation zunächst auf zwanzig steigen soll.

„Wir arbeiten bereits an zukünftigen Varianten, darunter eine Hochgeschwindigkeitsversion, die etwa 70 Knoten erreichen kann, sowie spezialisierte Konfigurationen für maritime Sicherheit, Strafverfolgung und Schmuggelbekämpfungsmissionen einschließlich nicht-tödlicher Abfanglösungen“, so Abrisqueta weiter.

Bedeutung unbemannter Überwasserdrohnen

Die Präsentation des ARW39CAT-A reiht sich in einen breiteren Trend ein: Autonome Marineplattformen von europäischen Unternehmen zeigen verstärkt unbemannte maritime Fähigkeiten, die sich besonders im Schwarzen Meer für die Ukraine bewährt haben. Relativ kleine und günstige autonome Über- und Unterwassersysteme demonstrierten dort ihre operative Wirksamkeit gegen eine bedeutende Seemacht.

In Paris gezeigt wurde eine Konfiguration als unbemanntes Luftverteidigungsboot.
In Paris gezeigt wurde eine Konfiguration als unbemanntes Luftverteidigungsboot.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Mit dem geplanten Ausbau der Produktionsanlage im spanischen Zafra auf 26.000 Quadratmeter Fläche, die ARMMO als eines der größten europäischen Zentren für autonome Technologien und fortschrittliche Verteidigungssysteme beschreibt, will sich das spanische Unternehmen als Akteur in genau diesem Marktsegment positionieren.

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