Stark Virtus und Helsing HX-2 für die Bundeswehr

Die Bundeswehr plant die Beschaffung von bis zu 12.000 Drohnen, die vor allem an der Ostflanke der NATO stationiert werden sollen, berichtet die Financial Times unter Berufung auf „drei mit der Angelegenheit vertraute Personen“. Demnach sollen an jedes der drei Unternehmen Stark, Helsing und Rheinmetall Aufträge von jeweils 300 Millionen Euro gehen.

Die Loitering Munition Virtus von Stark beim von Brave1 veranstalteten Defense Tech Valley in Lwiw im September 2025.
Die Loitering Munition Virtus von Stark beim von Brave1 veranstalteten Defense Tech Valley in Lwiw im September 2025.
Foto: Defence Network/Dorothee Frank

Helsing und Stark konnten dabei nicht nur die Bundeswehr überzeugen, sondern bewähren sich auch bereits in der Ukraine. Beide Unternehmen haben dabei sowohl Entwicklungsteams als auch Repräsentanzen in der Ukraine, um direkt die Verbesserungsvorschläge der Soldaten aus der Kriegsrealität in ihre Weiterentwicklungen einfließen zu lassen. So lieferte allein Helsing von Dezember bis Februar über 1.000 Systeme an die Ukraine.

Nun plant die Bundeswehr also die Beschaffung, um den ersten Bedarf besonders der Brigade Litauen zu decken und den wirklichen Einstieg in Loitering Munition durchzuführen. Die beiden Unternehmen sollen dabei – so die Informationen von Defence Network aus üblicherweise gut unterrichteten Kreisen – Rahmenverträge mit ersten Abrufen von bis zu 300 Millionen Euro erhalten. Insgesamt soll die Beschaffung von Loitering Munition für über eine Milliarde Euro möglich sein.

Bei den Drohnen, welche die Bundeswehr mit diesen Mitteln beschaffen will, handelt es sich laut Informationen des Defence Network um die Virtus von Stark und die HX-2 von Helsing.

Virtus von Stark

Die „Virtus” des Unternehmens Stark hat eine Reichweite von bis zu 100 km und ist darauf ausgelegt, hochwertige Ziele auf dem Gefechtsfeld präzise zu bekämpfen. Das System ist in unter zehn Minuten einsatzbereit und verfügt über eine Vertical Take-off and Landing (eVTOL)-Fähigkeit, die senkrechtes Starten und Landen auf nahezu jedem Gelände ermöglicht.

Erst vor wenigen Monaten hatte das Unternehmen die Zusammenarbeit mit der MBDA Deutschland-Tochter TDW bekannt gegeben, wodurch das System mittlerweile auch panzerbrechend ist. Die Virtus hat sich zudem bereits in der Ukraine im Krieg gegen Russland bewährt. Verschiedene Versionen können dabei unterschiedliche Payloads tragen.

HX-2 von Helsing

Auch die HX-2 verfügt über eine Reichweite von rund 100 km und ist in der Lage, Artillerie, gepanzerte und andere militärische Ziele zu bekämpfen. Sie ist ebenso wie die Virtus massenproduzierbar und in der Ukraine kampferprobt.

Ein besonderes Augenmerk legte das Unternehmen auf die integrierte künstliche Intelligenz, um die HX-2 gegen gegnerische Maßnahmen der elektronischen Kriegsführung (EW) zu härten. Dadurch erhält die Drohne die Fähigkeit, Ziele auch ohne GPS- bzw. GNSS-Signal oder Datenverbindung zu identifizieren und zu bekämpfen. Helsings Aufklärungs- und Steuerungssoftware Altra ermöglicht es zudem, mehrere HX-2 zu Schwärmen zusammenzufassen, die dann von einem menschlichen Bediener kontrolliert werden.

Loitering Munition für die Brigade Litauen

„Die heutige Entscheidung des Haushaltsausschusses ebnet den Weg, die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 planmäßig im Jahr 2027 mit einem Aufklärungs- und Wirkverbund, einschließlich LMS auszustatten. Um diese Zeitlinien sicherstellen zu können, nutzen wir ein neuartiges Verfahren. Wichtige Meilensteine wie die Produktanpassung, erste Truppentests und Ausbildungen werden nicht nacheinander durchgeführt, sondern laufen parallel, was erhebliche Zeitgewinne ermöglicht“, berichtet das BMVg zur heutigen Entscheidung.

„Beide Hersteller haben zum jetzigen Zeitpunkt die erforderliche Reife bzw. Qualität ihrer Produkte in firmenseitigen und bundeswehreigenen Qualifizierungs- und Testverfahren nachweisen können (Proof of Concept: Machbarkeitsnachweis). Darüber hinaus wird das verbleibende Restrisiko durch die Vereinbarung von Abbruchmeilensteinen vertraglich abgesichert. Die Verträge erlauben einen einseitigen Rücktritt des Auftraggebers, wenn die erforderlichen Qualifikationsnachweise nicht erreicht werden“, so das BMVg weiter zur Beschaffung der Loitering Munition Systems (LMS). „Außerdem werden Innovationsklauseln angewendet, die dazu verpflichten, die LMS kontinuierlich technologisch weiterzuentwickeln bzw. anzupassen. Wir tragen damit den schnellen Innovationszyklen bei der KI und bei den (Teil-)Autonomen Systemen Rechnung.“

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