Bundeswehr bestellt weitere L3Harris Funkgeräte

L3Harris Technologies hat zwei weitere Aufträge im Rahmen des „Foreign Military Sales“-Programms (FMS) mit einem Gesamtwert von fast 100 Millionen US-Dollar für Funkgeräte der Falcon-Serie erhalten. Diese sollen das deutsche Vorhaben „Digitalisierung – Landbasierte Operationen“ (D-LBO) sowie die Anforderungen der Spezialkräfte unterstützen.

Die Funkgeräte AN/PRC-167 und AN/PRC-163 von L3Harris.
Die Funkgeräte AN/PRC-167 und AN/PRC-163 von L3Harris.
Foto: Navid Linnemann

„Die im Einsatz bewährten Falcon-Systeme werden die sichere und interoperable Kommunikation der deutschen Streitkräfte mit Partnern aus der Europäischen Union und der NATO verbessern“, sagte Chris Aebli, President, Mission Critical Communications, Communications & Spectrum Dominance bei L3Harris. „Diese softwaredefinierten Systeme und robusten Wellenformen bieten deutschen Soldaten und Spezialkräften unter allen Bedingungen – weltweit – eine zuverlässige Verbindung sowie die Flexibilität, bei Bedarf durch einfache Software-Updates zusätzliche Funktionen zu ergänzen.“

Die Auslieferung der neuen Systeme ist noch für das laufende Jahr geplant; damit setzt das Unternehmen seine jahrzehntelange Unterstützung der deutschen Streitkräfte fort. Bereits im vergangenen Jahr hatte L3Harris im Rahmen des D-LBO-Programms mehrere Aufträge mit einem erhalten. L3Harris wird seinen deutschen Kunden auch weiterhin mit Support und Fachwissen vor Ort zur Seite stehen.

Die neuen Aufträge umfassen das AN/PRC-160 sowie die AN/PRC-163 und AN/PRC-167 Funkgeräte.

Das Falcon III AN/PRC-160 Funkgerät von L3Harris

Das Falcon III AN/PRC-160(V) Breitband-HF/VHF-Rucksackfunkgerät (Manpack) verschafft weitreichende taktische Vorteile durch robuste Kommunikation in Umgebungen ohne SATCOM-Verfügbarkeit. Dieses Breitbandsystem ist laut Hersteller das weltweit erste und einzige HF-Manpack, das alle National Security Agency (NSA)-Standards zur Kryptomodernisierung erfüllt. Dank seiner softwaredefinierten Architektur sind Verschlüsselungs-Updates möglich, sodass einsatzkritische Informationen sicher bleiben – heute und in Zukunft.

Das taktische HF/VHF-Funksystem verfügt über die softwareprogrammierbare Verschlüsselung L3Harris Sierra II und gewährleistet so eine sichere Interoperabilität nach „Type 1“-Standard zwischen Streitkräften der USA, Koalitionspartner und der „Partnerschaft für den Frieden“ (PfP) Truppen. Das Manpack-Funkgerät ist vollständig kompatibel mit der HF-Ausrüstung der Serie L3Harris Falcon II und ermöglicht die sofortige Inbetriebnahme unter Verwendung vorhandener L3Harris-Fahrzeug- und Basisstationssysteme. Zudem ist dieses Breitbandsystem das kleinste, leichteste und schnellste verfügbare Breitband-HF-Manpack; es ist hinsichtlich SWaP (Größe, Gewicht und Leistungsaufnahme) optimiert, um die Batterielaufzeit zu verlängern und gleichzeitig die Last sowie die Ermüdung der Einsatzkräfte zu verringern.

Das AN/PRC-160 wiegt rund vier Kilogramm (ohne Batterien). Es kann als Manpack abgesessen oder mit entsprechenden Fahrzeughalterungen auch plattformgebunden – Land, Luft, See – genutzt werden. Mit dem SDR-Kurzwellenfunkgerät lassen sich Datenübertragungsraten für Sprache, Daten und Texte von bis zu 120kb/s erreichen. Das AN/PRC-160 bietet volle Interoperabilität mit dem AN/PRC-117G, dass fester Bestandteil der D-LBO-Serie ist. So wird unter anderem die Rheinmetall CARACAL 4×4-Plattform jeweils in Mischkonfiguration mit dem AN/PRC-117G und AN/PRC-160 ausgestattet werden. Diese wird bei den Luftlandekräften und den Spezialkräften in Nutzung gehen.

Es bietet:

  • Zuverlässige, eigenständige HF-Weitverkehrskommunikation
  • Erfüllt alle NSA-Standards zur Kryptomodernisierung
  • Breitband-Datenraten von bis zu 120 kbit/s – zehnmal höher als bei herkömmlichen HF-Funkgeräten
  • Sichere Interoperabilität mit über 135.000 bereits im Einsatz befindlichen L3Harris Falcon-Funkgeräten
  • Kompatibel mit Harris-Leistungsverstärkern, Antennenkopplern, Fahrzeughalterungen und Zubehör (Modell AN/PRC-150(C))

Die Bundeswehr wird das PRC-160 querschnittlich sowie für das Projekt TaWAN (Tactical Wide Area Network) einsetzen. Eine der ersten Einheiten die mit einer früheren Bestellung ausgestattet wurde, ist die Luftlandebrigade 1.

Die Falcon IV AN/PRC-163 und AN/PRC-167 Funkgeräte

Die SDR-Funkgeräte Falcon IV AN/PRC-163 und AN/PRC-167 werden im Bereich der Spezialkräfte in Nutzung gehen. Das AN/PRC-163 Zweikanal-Handfunkgerät überträgt Sprache, Daten und Echtzeit-Videos über verschiedene Netzwerke hinweg – mit einem All-in-One-Funksystem, das die Funktionen mehrerer Geräte vereint, einschließlich GPS, Inline-Verschlüsselung (INE) und Satellitenkommunikation.

Durch das AN/PRC-163, in Kombination mit dem AN/PRC-167 kann die Reichweite von Echtzeit-Informationen von der Führungsebene bis hinunter zum Trupp durch nahtloses Crossbanding zwischen SATCOM-, LOS- (Line-of-Sight) und BLOS-Netzwerken (Beyond Line-of-Sight) sichergestellt werden. Das System erlaubt auf verschlüsselte Daten unterschiedlichster Plattformen und Sensoren zuzugreifen und vernetzt gleichzeitig bis zu 200 Nutzer. Selbst geografisch isolierte Einheiten können Sprache und Daten austauschen, während ein optionales ISR-Missionsmodul mit Full-Motion-Video-Funktion (FMV) das Lagebild (Situational Awareness – SA) verbessert. Das Gerät deckt den Frequenzbereich von 30 MHz bis 2,6 GHz, INE-Verschlüsselung, Kommunikationsrelais, Satellitenkommunikation, UAV-Steuerung sowie GPS für hochsichere Kommunikation ab. Und es kann sich gegen Störsender und andere Hindernisse durch nahtlose Vernetzung und vielfältige MANET-Optionen, einschließlich der Wellenformen TSM-X, ANW2, Wraith und weiterer behaupten.

Das AN/PRC-167 Mehrkanal-Manpack ist praktisch der große Bruder. Es handelt sich um ein breitbandiges, MUOS-fähiges taktisches Funkgerät, und wurde entwickelt, um den Herausforderungen in verschiedenen Einsatzbereichen – abgesessen, im Fahrzeug oder aus der Luft – gerecht zu werden. Es verbindet Einsatzkräfte gleichzeitig und unabhängig voneinander über zwei Kanäle und deckt dabei das gesamte Frequenzspektrum eines breiten Portfolios an Wellenformen ab. Da sich die Einsatzanforderungen ständig weiterentwickeln, unterstützt dieses softwaredefinierte Manpack-Funkgerät schnelle Updates für neue Funktionen direkt im Einsatzgebiet. Eine externe Hardwareschnittstelle für Missionsmodule ermöglicht es den Einsatzkräften zudem, das System rasch um zusätzliche Optionen zu erweitern, darunter Full-Motion-Video-ISR-Funktionen und weitere neue Technologien.

Das Mehrkanal-Manpack-Funkgerät liefert ein stets aktuelles, gemeinsames Lagebild des Gefechtsfelds (Common Operational Picture) mittels fortschrittlicher Crossbanding-Technologie und eines leistungsstarken TSM-X-MANET. Die Daten- und Sprachkommunikation ist durch die L3Harris Denali-Verschlüsselung geschützt, was die taktische Interoperabilität verbessert.

Das Missionsmodul erweitert die beiden Funkkanäle des AN/PRC-163 und AN/PRC-167 jeweils um einen dritten Kanal für den Video-Feed. In Kombination mit dem embaded Radio RF-9820S-ER kann auch ein direkter Zugriff auf unbemannte Plattformen wie UAVs (Unmanned Aerial Vehicles) sowie UGV (Unmanned Ground Vehicles) ermöglicht werden.

Seit Kurzem kann durch die Softwareerweiterung Wraith Shield aus jedem der AN/PRC-163 und AN/PRC-167–Funkgeräte ein Effektor gemacht werden. Dann kann das Funkgerät bei Bedarf unter anderem einen Schutz gegen Drohnen bieten. Der Soldat muss keinen weiteren Ausrüstungsgegenstand und noch mehr Gewicht mitführen. Ein einfaches Software-Update reicht.

 

Text: Redaktion / af

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