Eurofighter Tranche 4 für die Bundeswehr – 1. Jet der neuen Top-Version startet

Gestern konnte der erste Eurofighter der Tranche 4 für die Bundeswehr in Manching seinen Jungfernflug absolvieren. Die mit der Kennung 34+02 versehene Maschine markiert den Auftakt für die modernste bisher gebaute Version des europäischen Kampfjets. Als Verbesserungen gegenüber den vorherigen Tranchen sind ein neues AESA-Radar und deutlich erweiterten Fähigkeiten für die Luftwaffe.

Eurofighter der Luftwaffe hebt mit ausgefahrenem Fahrwerk von einer Startbahn vor einer Waldkulisse ab
Ein Kampfflugzeug vom Typ Eurofighter der deutschen Luftwaffe hebt von einer Startbahn ab. Im Hintergrund ist eine dichte Waldkulisse zu sehen, während das Fahrwerk der Maschine noch ausgefahren ist.
Foto: Airbus

Rund eine Stunde soll der erste Flug des neuen Eurofighters am Airbus-Standort Manching, gedauert haben. Gefertigt wurde die Maschine wie alle deutschen Flugzeuge direkt vor Ort in Oberbayern.

Sie gehört zu den 38 Flugzeugen, die Deutschland im Rahmen des sogenannten Quadriga-Programms bestellt hat. Die Bestellung beinhaltet 30 Einsitzer und acht Doppelsitzer für rund 5,5 Milliarden Euro. Die neuen Jets sollen die technisch veralteten Eurofighter der Tranche 1 bei der Luftwaffe ablösen.

Neues Radar als technologischer Kern

Das auffälligste Merkmal der Tranche 4 ist ein deutlich leistungsfähigeres AESA-Radar: das Eurofighter Common Radar System Mark 1 (ECRS Mk1), entwickelt vom deutschen Sensorhersteller Hensoldt gemeinsam mit dem spanischen Partner Indra.

Dank neuer Mehrkanal-Empfänger und Breitband-Sende-/Empfangsmodule kann der Jet mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen – etwa einzelne Ziele verfolgen, während gleichzeitig der gesamte Luftraum großflächig abgesucht wird.

Laut Hensoldt bietet das System eine um 50 Prozent größere Winkelabdeckung als bisherige AESA-Radare. Hinzu kommen modernisierte Hard- und Software sowie erweiterte Fähigkeiten zur Bekämpfung von Luft- und Bodenzielen, die den Eurofighter für die kommenden Jahrzehnte rüsten sollen.

Eurofighter als Rückgrat der kommenden Jahre

Der Eurofighter bildet mit derzeit rund 138 Maschinen das Rückgrat der deutschen Luftverteidigung und ist gleichzeitig ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Laut Airbus sichert allein die Tranche 4 in Deutschland rund 25.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze bei etwa 120 beteiligten Zulieferern und soll bis 2060 mit 6,5 Milliarden Euro zum deutschen Bruttoinlandsprodukt beitragen.

Parallel zur Tranche 4 laufen bereits die nächsten Entwicklungsschritte: Mit dem „Phase 4 Enhancement“ erhält der Jet ein weiter verbessertes Radar sowie ein moderneres Cockpit, während das „Long Term Evolution““-Programm den Eurofighter über eine Cloud-Anbindung fit für das Zusammenspiel mit dem geplanten Kampfflugzeugsystem der Zukunft, FCAS, machen soll.

Nach Angaben von Airbus liegt man im Zeitplan und will noch in diesem Jahr den ersten neuen Eurofighter an die Bundeswehr ausliefern. Die F-35 soll erst im kommenden Jahr ausgeliefert werden.

Im Herbst 2025 bestellte die Bundesregierung zudem 20 weitere Eurofighter: die noch einmal verbesserte Tranche 5 im Wert von 3,75 Milliarden Euro. Ihre Auslieferung ist für die Jahre 2031 bis 2034 vorgesehen. Der gestern erfolgte Erstflug der 34+02 symbolisiert somit, dass der Eurofighter als Basis für kontinuierliche Modernisierung dient.

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