Als Beispiel für Dienstleistungen im Bereich Polizei und Militär wurden der Bundeswehr eine Fahrzeugdurchleuchtungsanlage für den Einsatz in Mali, geschützte vorgeschobene Gefechtsstände (ballistisch geschützt und HF-geschirmt), das verlegefähige Feldjägerdienstkommando und viele weitere Lösungen geliefert.
Zudem führt die steep GmbH im Rahmen der Zivilberuflichen Aus- und Weiterbildung (ZAW) der Bundeswehr an vielen Standorten entsprechende Berufsfeldausbildungen durch. Ein weiterer Schwerpunkt sind mobile Netze. Die steep GmbH ist spezialisiert auf die Integration hochwertiger Informations- und Kommunikationstechnik in mobile und hochmobile Lösungen für die vernetzte Operationsführung.
Sehr geehrter Herr Dopp, stellen Sie uns das steep Portfolio für Behördenkunden bitte einmal näher vor.
Die steep GmbH ist ein technischer Dienstleister, welcher sich auf die Bedürfnisse der unterschiedlichsten Kunden spezialisiert hat, mit dem Fokus auf die Wehrtechnik. Das Spektrum reicht von der technischen und logistischen Betreuung, bis zu hochspezialisierten verlegefähigen System.
Ein wichtiger Bestandteil unserer ausgelieferten Systeme ist die Nachversorgung (Obsoleszenz) über den Nutzungszeitraum, wobei wir die Systeme regelmäßig regenerieren.
Einer unserer Schwerpunkte ist die Systemintegration. Darunter verstehen wir das härten von COTS-Produkten, so dass wir diese vom Polarkreis über den Dschungel bis hin zur Wüste einsetzten können. Einsatzszenarien und Bedürfnisse befinden sich in einem stetigen Wandel und die Ausrüstung der Bundeswehr muss diesem Wandel standhalten und stets optimiert werden.
Als herstellerunabhängiger Systemintegrator können wir flexibel auf Neuerungen am Markt reagieren und so szenario-relevante Systeme für die Bundeswehr in nicht unerheblichen Stückzahlen herstellen, welche den aktuellsten Bedürfnissen entsprechen. Diese Lösungen umfassen große Gefechtsstandsysteme wie z.B. Ground Support System Eurofighter (Mission Counter Daesh), bis zum embeded router und switch für die Fahrzeugintegration sowie verlegefähige LTE/5G-Rucksacklösungen à la KNW 2.0 (Kleinstnetzwerk) für die ad Hoc Kommunikation
Unter anderem mit Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO) ist ein durchgängiger Informationsverbund geplant. Wo sehen Sie hier die dringendsten Modernisierungsbedarfe bei der Bundeswehr?
Die Digitalisierung Landbasierter Operationen ist der richtige Weg um die Landstreitkräfte der Bundeswehr für die Zukunft zu befähigen und auf die Komplexität des modernen Gefechtsfeldes vorzubereiten.
Hierfür ist es auch zwingend erforderlich auf neue Gegebenheiten auf dem Gefechtsfeld zu reagieren und auf schnell verfügbare Technologien des Marktes zurückzugreifen, da diese schneller in den benötigten Stückzahlen und Preisen abrufbar sind.
Durch das einsetzen marktverfügbarer Komponenten und wirtschaftlicher Beschaffung ist es möglich, Führungsmittel bis hin zum abgesetzten Trupp-Soldaten zu verteilen und so eine kostengünstige Führungsfähigkeit herzustellen. Dies Bedarf allerdings eines schnellen und vereinfachten Beschaffungsweges, bei dem dann teilweise die MIL-Standards und VG-Normen im Bedarfsfall abweichen können.
Klar ist jedoch: Ohne Bestellung keine Lieferung. Auch verfügbare Technologien sind Planung unterworfen. Gerade der wehrtechnische Mittelstand ist darauf angewiesen, diese Planungssicherheit zu haben, um (schnelle) Liefersicherheit zu gewährleisten
steep ist spezialisiert auf mobile Lösungen für die vernetzte Operationsführung. Welche Alternativen bieten Sie an?
Durch unsere herstellerunabhängige Position am Markt können wir individuell und flexibel auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen. Als Spezialist in der Systemintegration ist es uns möglich COTS-Produkte sowie MOTS-Produkte projektbezogen auszuwählen und durch eine Verkürzung der Lieferketten (Wertschöpfung in Deutschland) zeitnah auszuliefern.
Als Beispiel dient hier das KNW 2.0 (Kleinstnetzwerk 2.0) sowie das MICRO- und NANO-PoP, das Teilnehmernetzwerk verlegefähig wie auch das VAN und unser Rugged X System. All diese Systeme sind Vorreiter in den jeweiligen Technologien was z.B. MESH-ing-Technologien und vieles mehr für die unterschiedlichsten Einsatzszenarien angeht.
Stellen Sie uns das Kleinstnetzwerk“ (KNW) 2.0 doch bitte einmal näher vor. Was kann es, ab wann ist es verfügbar?
Das KNW 2.0 ist so konzipiert und konstruiert, dass es schnell und flexibel aus sich selbst heraus eine autarke oder mit einer übergeordneten bzw. gleichgeordneten Instanz vernetzte hochmobile Kommunikationsinfrastruktur für Kontingente mit bis zu 20 Teilnehmern pro System bereitstellen kann. Zudem verfügt es über die Fähigkeit auf bis zu 100 Teilnehmer anwachsen zu können.
Dabei ist im Rahmen der technischen Möglichkeiten eine Datenrate bei funkbasierter Informationsübertragung zuverlässig von mindestens 10 MBit/s nutzbare Bandbreite in einer Entfernung von 2000m vom KNW 2.0 zu realisieren. Das KNW 2.0 kann, neben dem Netzwerkzugang für Teilnehmer und einer lokalen Stromversorgung, alle Funktionalitäten eines konvergenten Netzwerkes sowie die Bereitstellung von IT Services sicherstellen.
Das KNW 2.0 ist als IT-System der Führungsunterstützung für Einsätze der Bundeswehr für den taktischen / verlegefähigen Einsatz konzipiert. Dazu ist es in einem sogenannten „barebase-Szenario“ und auch im urbanen Umfeld nutzbar.
Zum einen können hiermit Führungsnetze sowie Führungsverbindungen unter Nutzung elektrischer Medien (Kupfer-Kabel), optischer Medien (LWL-Kabel) sowie funkbasierter Medien (WLAN, LTE/5G) eingerichtet und betrieben werden. Zum anderen kann das KNW 2.0 über die integrierten Netzwerkstrukturen in den Einsatzstandorten implementiert und in ein vorhandenes Zugangsnetz eingebunden werden.
Das KNW 2.0 ist insbesondere für Einsatzkräfte geeignet, bei militärischen Evakuierungsoperationen oder als Operational Liaison Reconnaissance Team (OLRT) eingesetzt zu werden. Darüber hinaus verfügt es über die Fähigkeit einer Initial Entry Capability, die im Verlauf einer Mission/eines Einsatzes/eines Vorhabens in ein LVNBw überführt werden kann.
Des Weiteren ist das KNW 2.0 im nationalen und internationalen Umfeld einsetzbar. Neben den Diensten „Daten“ und „Sprache“ kann das KNW 2.0 die funkbasierte sowie kabelgebundene dynamische Verbindung mehrerer KNW („MESH“) untereinander unterstützen, wodurch ein Informationsaustausch zwischen Teilnehmern verschiedener KNW-Netze oder KNW Zellen realisiert werden kann. In einem Satz gesagt: Das KNW 2.0 macht dort eine Infrastruktur, wo keine (mehr) ist.
In welchem taktischen Szenario wäre der Einsatz von KNW 2.0 denkbar?
Ein typisches Szenario wäre ein Ad-Hoc-Gefechtsstand für eine Aufklärungseinheit, welche ihre gewonnenen Erkenntnisse verschlüsselt vom Trupp zur übergeordneten Führung leiten möchte und sie dann mittels Weitverkehrsanbindung an die Auswertung übermittelt.
Auch ein logistischer Knoten profitiert von dem KNW 2.0 und kann so seine diversen Versorgungspunkte mit digitalen Endgeräten in einer verschlüsselten drahtlosen Glocke ausrüsten. Dies würde dem militärischen Führer ein präzises Lagebild in Echtzeit ermöglichen und so eine zeitgerechte Nachführung von Nachschub erleichtern etc..
Welche Entwicklungen im Bereich der Mobilen Netze können wir von Ihnen kurz- oder mittelfristig noch erwarten? In welche Richtung geht die technologische Entwicklung?
Die Zeichen stehen ganz klar auf kleiner, mobiler und leistungsfähiger. Wir möchten den Behörden Produkte zur Verfügung stellen, welche kurzfristig und in großer Stückzahl abrufbar sind. Dadurch kann z.B. die Truppe kurz- bis mittelfristig mit den nötigen Systemen, in der ausreichenden Menge samt Umlaufreserve ausgestattet werden.
Besonders möchten wir hier unserer Rugged X Gehäuse hervorheben die unabhängig von den Platinenherstellern entwickelt worden sind und sich den unterschiedlichsten Baugrößen an der TLA-0200 Version 3 anlehnen. Hier stehen dann z.B. Switche und Router zur Verfügung, die kleine rund leichter sind und dadurch neue Maßstäbe setzen. Gerade Größe und Gewicht sind ja nicht nur für den Einsatz, sondern auch für die komplette Logistikkette von übergeordneter Bedeutung.
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