Die multinationale Initiative baut auf dem Erfolg der Multinational MRTT Fleet (MMF) auf. Ziel ist es, bestehende Defizite bei den strategischen Lufttransportkapazitäten der europäischen Bündnispartner zu schließen und langfristig eine multinationale Flotte auf Basis des militärischen Transportflugzeugs Airbus A400M aufzubauen.
Das Vorhaben folgt dem Prinzip des „Pooling and Sharing“ und sieht verschiedene Stufen der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Staaten vor. Diese reichen von einer gemeinsam betriebenen und multinational finanzierten A400M-Flotte bis hin zu gemeinsamen Leistungen in den Bereichen Wartung, Ausbildung, Infrastruktur und Beschaffung.
Ziel ist es, eine durchgängige Gesamtlösung zu schaffen, die nationale Anforderungen sowie die Bedarfe der NATO effizienter erfüllt und zugleich eine größere operative Flexibilität bietet. Dies gilt insbesondere für Fähigkeiten wie Luftbetankung, Katastrophenhilfe, medizinische Evakuierung und Waldbrandbekämpfung.
A400M-Initiative orientiert sich an MMF
„Die Entscheidung für den A400M als Plattform dieser multinationalen Flotte unterstreicht seine herausragenden Fähigkeiten im strategischen Lufttransport. Mit mehr als 135 im Einsatz befindlichen Flugzeugen und über 270.000 Flugstunden der weltweiten Flotte ist der A400M zum Rückgrat der Lufttransportfähigkeiten der größten europäischen NATO-Staaten geworden. Mit der weiteren Entwicklung seiner Fähigkeiten wird seine Bedeutung in den kommenden Jahrzehnten noch weiter zunehmen“, erklärte Ben Bridge, Chairman von Airbus Defence and Space UK.
Die A400M-Initiative orientiert sich am Erfolg der Multinational MRTT Fleet (MMF), die seit 2020 den Airbus A330 Multi Role Tanker Transport (MRTT) betreibt – das derzeit leistungsfähigste und einsatzerprobte strategische Tankflugzeug seiner Klasse.
Das Programm räumt den teilnehmenden Staaten exklusive Nutzungsrechte an den im Eigentum der NATO stehenden Airbus-A330-MRTT-Flugzeugen im Rahmen eines gemeinsamen Flottenmodells ein. Dadurch werden Standardisierung, Kosteneffizienz und Interoperabilität auf beiden Seiten des Atlantiks gefördert. Das MMF-Programm gilt als Musterbeispiel erfolgreicher europäischer Verteidigungskooperation.
Finnland tritt der MMF bei
Parallel zur A400M-Vereinbarung gab die NATO offiziell den Beitritt Finnlands zur Multinational MRTT Fleet bekannt. Damit wird der Kreis der Teilnehmerstaaten erweitert und die europäische Souveränität bei kritischen Verteidigungsfähigkeiten weiter gestärkt.
Dem MMF-Programm gehören nun neun Staaten an: die Niederlande, Luxemburg, Norwegen, Deutschland, Belgien, Tschechien, Schweden, Dänemark und Finnland.
Die Ankündigung unterstreicht die enge Zusammenarbeit zwischen der NATO, den beteiligten Nationen und der Industrie unter Führung von Airbus. Das Programm zeigt beispielhaft, wie Staaten durch das gemeinsame Nutzen und Bereitstellen von Ressourcen dauerhaft Zugang zu modernsten Fähigkeiten erhalten können und wie Europa den sich wandelnden Sicherheitsherausforderungen durch Innovation und Kooperation wirksam begegnen kann.
Von den insgesamt zwölf bestellten Airbus A330 MRTT sind inzwischen neun Flugzeuge im Einsatz. Die MMF-Flotte wurde bereits an der NATO-Ostflanke eingesetzt, unterstützte zivile Evakuierungs- und Flüchtlingsmissionen in Afghanistan und nahm an multinationalen Übungen im indo-pazifischen Raum teil.
Quelle: Airbus Defence and Space
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