Der ukrainische Telegram-Kanal „Polkovnyk GSh“ (Oberst des Generalstabs) meldete am 27. September, Russland setze eine veränderte Variante der strahlgetriebenen Einwegdrohne Geran-5 ein, die als ‚Geran-5 K5‘ bezeichnet wurde. Nach dieser Darstellung trägt sie ein elektrooptisches Korrekturmodul nach dem Prinzip DSMAC (Digital Scene Matching Area Correlator) mit sich. Das System vergleicht Kamerabilder des Geländes unter sich mit gespeicherten Referenzbildern. Somit kann die Flugbahn korrigiert werden, ohne sich allein auf Satellitennavigation stützen zu müssen. Die Geran-5 K5 soll außerdem einen veränderten Rumpf besitzen und schneller fliegen als das bisher bekannte Modell.
Offiziell bestätigt ist diese Meldung nicht. Das ukrainische Portal Militarnyi hält fest, dass ukrainische Stellen weder die Bezeichnung K5 noch den Einbau eines Systems zur optischen Navigation bestätigt hätten. Die öffentliche einsehbare Komponentenliste des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR für die Geran-5 nennt lediglich ein störfestere Satellitennavigationssystem (Kometa-M12), eine Trägheitsnavigation, einen Tracker mit Mobilfunkmodems und ein Mesh-Modem. Ein separates DSMAC-System ist dort nicht aufgeführt – seit dem 5. Oktober allerdings als Komponente der Geran-4.

Geran-5 K5 – Hinweise aus Russland
Einen indirekten Hinweis auf diese neue Fähigkeit der Geran-5 K5 lieferte bereits einige Tage vor der ukrainischen Telegram-Meldung eine russische Aussage. Der RT-Korrespondent Andrei Filatov sagte am 23. September 2026 gegenüber Gazeta.Ru, es gebe ein System zur Navigation nach der „unterliegenden Oberfläche“ mit dem Namen „Susanin“. Es ermögliche den Geran-Drohnen die Orientierung an der Landschaft unter ihnen. Allerdings nannte Filatov weder die spezifische Geran-Variante noch kategorisierte er das System als DSMAC. Ob „Susanin“ und das gemeldete Modul der K5 dieselbe Konfiguration sind, ist damit nicht belegt.
Optisch Navigieren am Gelände
Das Prinzip des Geländeabgleichs ist beispielsweise von Marschflugkörpern wie dem deutsch-schwedischen Taurus KEPD 350 bekannt. Beim Taurus wird das bildverarbeitende Navigationssystem (Image Based Navigation, IBN) mit Geländereferenznavigation (Terrain Reference Navigation, TRN), Trägheitsnavigation und GPS kombiniert. Diese Kombination macht den Taurus störungsresistenter, eine Eigenschaft, die – sollten sich die Hinweise bestätigen – bald in Teilen auch auf Geran-5-Drohnen zutreffen könnte.

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