Nach eigenen Angaben konnte HENSOLDT durch erfolgreiche Flugversuche aus dem A400M einen Meilenstein bei der Entwicklung des unbemannten Trägersystems HADIS erreichen. Das System könnte künftig Spezialkräfte tief im Einsatzgebiet versorgen, ohne dabei entdeckt zu werden.
Die Testkampagne für HADIS (High Altitude Drop Infiltrating System) liegt bereits ein paar Wochen zurück, doch jetzt hat HENSOLDT die Auswertung abgeschlossen und zeigte das System jüngst auch auf einer BDLI-Veranstaltung in Berlin. Im Kern geht es um ein unbemanntes Trägersystem, welches aus großer Höhe abgeworfen wird und dann anhand von Wegpunkten ins Zielgebiet gleitet.
Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigte das Unternehmen Ende vergangenen Jahres beim Abwurf aus einem Transportflugzeug des Typs A400M. Die Versuche wurden von der Bundeswehr unterstützt und durch die Wehrtechnische Dienststelle 61 fachlich begleitet.
HADIS im Maßstab 1:3
Bei den Tests kam eine im Maßstab 1:3 ausgelegte Version von HADIS zum Einsatz. Dabei konnte sowohl der Absetzvorgang mittels Fallschirm-Ausziehverfahren aus dem Laderaum des A400M als auch die anschließende autonome Navigation im Gleitflug demonstriert werden. Laut Unternehmensangaben wurde HADIS zuvor aus kleineren zivilen Transportflugzeugen erprobt.
HADIS ist als autonom fliegender, unbemannter Einweg-Lastengleiter konzipiert, der nach dem Absetzen aus einem Transportflugzeug lautlos und ohne eigene Antriebsquelle operiert. In der geplanten Fullscale-Ausführung soll das System Lasten von bis zu 500 Kilogramm über Entfernungen von bis zu 120 Kilometern transportieren. Dadurch kann das bemannte Trägerflugzeug weit außerhalb des Gefahrenbereichs verbleiben.
Fullscale bis Jahresende
Der modular aufgebaute Gleiter besteht aus einem Flügel mit integrierter Steuerungs- und Navigationselektronik sowie einem Rumpf, der als Frachtbehälter dient. Mehrere HADIS-Systeme können aus einem Container abgesetzt werden und im Schwarmverfahren entweder gemeinsame oder getrennte Landezonen anfliegen. Die Navigation erfolgt wahlweise autonom per Wegpunkt oder durch Kräfte im Flugzeug beziehungsweise am Boden.
Um jedoch unerkannt zu gleiten, sollte neben dem Verzicht auf einen Antrieb auch auf Kommunikation verzichtet werden. HADIS ist wiederverwendbar – ein Vertreter des Unternehmens gab jedoch an, dass ein Einsammeln im späteren Einsatz nicht unbedingt Priorität habe. In einer heute veröffentlichen Mitteilung des Unternehmens wird HADIS als Einwegplattform beschrieben.
Für die Versorgung von Spezialkräften hinter feindlichen Linien ergibt dies auch Sinn. Ein anderer Einsatzzweck könnte die Versorgung von Soldaten in der – siehe Ukraine – sehr breiten Kampfzone sein. Dorthin müssen beispielsweise Verpflegung und Munition aber auch Medikamente und Blutkonserven gebracht werden. Unbemannte Systeme können hier helfen, das Leben von Logistikern zu schützen.
Mit dem erfolgreichen Nachweis der Kernfunktionen ist der Weg für die Weiterentwicklung frei. Bereits Ende 2026 plant HENSOLDT, einen Fullscale Demonstrator bereitzustellen.
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