Israel warnt vor türkischer Spionage in Deutschland

Israel hat bestätigt, dass der türkische Geheimdienst der aktivste ausländische Nachrichtendienst in Deutschland ist. Diese Aktivitäten stehen zwar hauptsächlich im Zusammenhang mit türkischen innenpolitischen Sicherheitsfragen, doch nach Angaben von Quellen könnte die Tatsache, dass die Türkei mittlerweile als Gegner Israels betrachtet wird, auch zu Spionageaktivitäten im Zusammenhang mit den engen Verteidigungsbeziehungen zwischen Deutschland und Israel führen.

Der türkische Geheimdienst ist wohl der aktivste ausländische Nachrichtendienst in Deutschland (Symbolbild).
Der türkische Geheimdienst ist wohl der aktivste ausländische Nachrichtendienst in Deutschland (Symbolbild).
Bild: magnific.com / freepik

Israel bekräftigte damit die Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), wonach die türkische Nationale Nachrichtenorganisation (MIT) neben Russland, China und Iran zu den vier aktivsten ausländischen Nachrichtendiensten in Deutschland zählt.

Die Hauptziele der Aktivitäten sind die Beobachtung von PKK-Unterstützern, kurdischen Gruppierungen sowie linken Organisationen. Einer aktuellen Einschätzung zufolge sollen rund 7.000 türkische Geheimdienstmitarbeiter oder Informanten auf deutschem Boden aktiv sein. Die türkischen Akteure operieren dabei über Imame, Funktionäre türkisch-islamischer Organisationen, diplomatisches Personal sowie kulturelle Einrichtungen.

Ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter des israelischen Auslandsgeheimdienstes MOSSAD erklärte gegenüber Defence Network, dass die deutschen Sicherheitsbehörden nach seiner Erfahrung über derartige ausländische Aktivitäten informiert seien und sehr gut in der Lage wären, den damit verbundenen Gefahren zu begegnen.

Israelische Interessen werden nach dieser Einschätzung ernsthaft durch türkische Spionageaktivitäten in Deutschland bedroht, insbesondere durch Netzwerke unter Kontrolle der Nationalen Nachrichtenorganisation (MIT). Obwohl sich diese häufig auf kurdische Netzwerke und innenpolitische Gegner konzentrieren, stellen sie laut den Quellen auch auf andere Weise eine direkte Gefahr für Israel dar.

Türkische Spionagetätigkeit in Deutschland mit am aktivsten in Europa

In der Vergangenheit seien in Deutschland tätige Akteure als Informationsbeschaffer eingesetzt worden, um Zielpersonen im Nahen Osten zu verfolgen und zu überwachen. Deutschland gilt aufgrund seiner großen Diaspora- und Expat-Gemeinschaften als bedeutendes Drehkreuz für ausländische Nachrichtendienste, wodurch Bewegungen, Gespräche und Kontakte vergleichsweise leicht erfasst und weitergemeldet werden können.

Die Infrastruktur und Führung der Hamas könne problemlos von der Türkei aus operieren. Aufgrund der nach Ansicht der Quellen engen ideologischen Verbindungen der aktuellen türkischen Regierung zu antiisraelischen Akteuren könnten türkische Geheimdienstnetzwerke in Europa finanzielle Unterstützung, operative Erkenntnisse oder logistische Hilfe für gegen Israel gerichtete Aktivitäten bereitstellen.

Zudem könne das weitreichende Netz aus MIT-Agenten und Informanten in Deutschland genutzt werden, um israelische Diplomaten, Unternehmen sowie Privatpersonen, die sich in Deutschland aufhalten oder durch das Land reisen, zu beobachten.

Den Quellen zufolge verfügen die aggressiven Aufklärungs- und Einflussoperationen türkischer Sicherheitsbehörden über das Potenzial, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, antiisraelische Narrative zu fördern und politische Entscheidungsprozesse innerhalb Europas zu beeinflussen.

Nach Angaben der Quellen wird die türkische Spionagetätigkeit von deutschen Behörden, darunter auch dem Bundesnachrichtendienst (BND), offiziell als eine der aktivsten und störendsten ausländischen Geheimdienstoperationen in Europa eingestuft. Die große Reichweite dieser Netzwerke schaffe ein Umfeld, das sich leicht gegen israelische Sicherheitsinteressen im Ausland ausnutzen lasse.

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