Deutsches Kinetic Defence Vehicle zur Drohnenabwehr in der Ukraine

Gleich auf mehreren Ständen bei der EnforceTac können die Besucher sich über eine Lösung zur Drohnenabwehr informieren, die bereits an die Ukraine geliefert wurde. Bei Diehl Defence ist das Gesamtsystem Kinetic Defence Vehicle zu sehen, bei ACS Armoured Car Systems das Containermodul und bei Walaris gibt es Informationen zur zugrunde liegenden Künstlichen Intelligenz (KI). Das Besondere an dem Gesamtsystem: Es ist keine Powerpoint oder Mock-Up, sondern bereits seit Dezember in der Ukraine im Einsatz.

Die modernisierte Version des bereits im Dezember 2024 an die Ukraine gelieferten Counter-UAS-Systems Kinetic Defence Vehicle am Stand von Diehl Defence bei der EnforceTac.
Die modernisierte Version des bereits im Dezember 2024 an die Ukraine gelieferten Counter-UAS-Systems Kinetic Defence Vehicle am Stand von Diehl Defence bei der EnforceTac.
Foto: CPM / Dorothee Frank

Das plattformunabhängige Drohnenabwehrsystem Kinetic Defence Vehicle wurde speziell für den Schutz leichter und hochmobiler taktischer Einheiten sowie kritischer Infrastrukturen vor Drohnenangriffen entwickelt.

Mit einem Überwachungsbereich von bis zu 360 Grad erkennt die integrierte Sensoreinheit potentielle Bedrohungen in Echtzeit. Die Angriffe von Drohnen oder Loitering Munition werden dann durch aktive sowie passive Sensoren erkannt, identifiziert und mit hoher Effizienz zerstört. Die effektive Reichweite der Luftverteidigungssysteme soll um die 1.000 Meter liegen.

Je nach Einsatzzweck sind verschiedene Konfigurationen des Kinetic Defence Vehicle möglich, um das System an die jeweils vorhandene taktische und logistische Infrastruktur anzupassen. 12 dieser Systeme zur Drohnenabwehr wurden bereits im Dezember 2024 durch Diehl Defence an die Ukraine geliefert und leisten seitdem in der anhaltenden Abwehr der russischen Invasion erfolgreich ihren Dienst. Ein mit den Erfahrungen aus dem Krieg modernisiertes Kinetic Defence Vehicle ist nun bei der EnforceTac am Stand von Diehl Defence ausgestellt.

Die EOS-Waffenstation R400

Bei der Waffenstation handelt es sich um die R400 von Electro Optic Systems (EOS). Das Unternehmen kann bereits auf eine jahrelange erfolgreiche Zusammenarbeit mit Diehl Defence zurückblicken und ist dementsprechend bevorzugter Partner.

Das R400 zeichnet sich zudem durch außergewöhnliche Genauigkeit und Zuverlässigkeit aus. Als einzelnes ferngesteuertes Waffensystem mit einem Gewicht von weniger als 400 kg bietet es eine hochpräzise Waffenplattform mit der Feuerkraft einer 30mm-Kanone. Das R400 unterstützt auch andere Waffen, wie Maschinengewehre, automatische Granatwerfer und Panzerabwehrlenkflugkörper. Es ist durch „Plug-and-Play“-Funktionalität mit anderen EOS-Waffensystemen kompatibel.

Die Drohnenabwehrlösung Kinetic Defence Vehicle bei Diehl Defence: Vorne die Waffenstation, hinten der Sensormast.
Die Drohnenabwehrlösung Kinetic Defence Vehicle bei Diehl Defence: Vorne die Waffenstation, hinten der Sensormast.
Foto: CPM / Dorothee Frank

Mit seinem geringen Gewicht und einem Kaliber von 30mm × 113mm gewährleistet die R400 Genauigkeit und Zuverlässigkeit und ermöglicht gleichzeitig auch den leichteren Fahrzeugen Zugang zu einer Feuerkraft, die normalerweise schwereren Plattformen vorbehalten ist.

Hierdurch ermöglicht es die Waffenstation, verschiedene Ziele anzugreifen, darunter kleine bis mittlere UAS und Drohnen sowie nach STANAG Level 3 geschützte Fahrzeuge. Die vierachsig stabilisierte Zielerfassung bleibt unabhängig von der Bewegung und den Vibrationen des Fahrzeugs präzise und ermöglicht präzise Angriffe über große Entfernungen.

Sensoren von Open Works und EcoDyne

Das für das System gewählte Radar stammt von EcoDyne. Das EcoShield ist ein softwaredefiniertes, kognitives 4D-Radar der nächsten Generation mit mittlerer Reichweite und Puls-Doppler-Technologie, das im Ku-Band (15,4–16,6 GHz) für Radionavigations- und Funkortungsanwendungen arbeitet.

Die Sende-/Empfangszellen erzeugen die überaus genaue räumliche Daten, die Wellenformen sind auf eine hochpräzise Klassifizierung zugeschnitten und liefern einen geordneten Datenstrom, der reich an Metadaten über verfolgte Objekte ist.

Bei den Sensoren besitzt das Kintetic Defence Vehicle zudem die bewährte Vision Flex von Open Works, die auch bei vielen anderen Drohnenabwehrsystemen zum Einsatz kommt.

Die Vision Flex bietet leistungsstarke Überwachungs-, Verfolgungs- und Klassifizierungsfunktionen für den Einsatz auf statischen, mobilen und unbemannten Systemen. Die Kameras sind hochgradig konfigurierbar und lassen sich mit integrierten Twin-AI-Modulen oder Klassifizierern und Trackern von Drittanbietern verwenden. Vision Flex lässt sich dabei über Standardschnittstellen einfach integrieren und verfügt über eine Reihe von Plug-and-Play-Optikmodulen und Upgrades, die eine einfache Konfiguration für jede Mission oder jeden Standort ermöglichen.

Es sind aktuell bereits HD-Tageslicht-EO- und gekühlte thermische MWIR-Sensoren mit einer Brennweite von 275 mm bis 900 mm erhältlich, sodass der ideale Sensor ausgewählt und die Kosten minimiert werden können.

Der autonome Betrieb wird durch KI-Module ermöglicht, die in die optischen Einheiten integriert sind und eine schnelle KI-Zielklassifizierung, -Verfolgung und Fehlalarmunterdrückung bieten. Die in EO- und IR-Einheiten integrierte KI ermöglicht eine gleichzeitige Edge-KI-Verarbeitung.

ACS Armoured Cars mit der Plattform

Das System zur Drohnenabwehr wurde dabei als Containermodul auf den Enok von ACS Armoured Car Systems gesetzt. Dieser Modular Box Body (MBB) ermöglicht über die Standardmaße die Integration verschiedener Missionsmodule auf den Enok. Die MBB ist am Stand des Unternehmens ausgestellt.

Ebenfalls am Stand von ACS wird ein Caracal präsentiert, die von der Bundeswehr gewählte Luftlandevariante, die allerdings kleiner ist als der Enok und das Drohnenabwehr-Modul aktuell deshalb nicht tragen könnte.

Walaris für die KI

Als drittes Unternehmen in der Zusammenarbeit für das Kinetic Defence Vehicle zeigt Walaris bei der EnforceTac seine Lösung eines mobilen taktischen Systems zur Bekämpfung von Drohnen, das die praxiserprobte KI-Software AirScout mit modernster Sensortechnologie kombiniert. Das System verbindet fortschrittliche Automatisierung mit operativer Flexibilität und ist für den schnellen Einsatz in dynamischen Umgebungen ausgelegt.

Die Architektur von AirScout unterstützt dabei die nahtlose Fusion mehrerer Sensortypen und ermöglicht eine auftragsspezifische Konfiguration durch die modulare Anpassungsfähigkeit. Die Vorführeinheit am Stand bei der EnforceTac kombiniert das multispektrale Bildgebungssystem Vision Flex von OpenWorks mit dem Radar EchoGuard von Echodyne und demonstriert sehr gute Fähigkeiten zur Bedrohungserkennung mit einer konfigurierbaren Architektur, die sich an neu auftretende Bedrohungsvektoren anpasst und gleichzeitig mit den Auftragsanforderungen skaliert werden kann.

Das mobile Counter-UAV-System erkennt Ziele in einer Entfernung von bis zu 1.500 Metern und klassifiziert kleine UAV in einer Entfernung von rund 550 Metern. Als Edge-KI-fähige Lösung verarbeitet AirScout die Daten lokal, ohne dass eine Netzwerkverbindung erforderlich ist. Dies ermöglicht die zuverlässige Arbeit auch in umkämpften Umgebungen.

Die Elemente des Kinetic Defence Vehicle auf der EnforceTac

Vollständiges Kinetic Defence Vehicle: Diehl Defence, Halle 7A, Stand 340

Containermodul und Caracal: ACS Armoured Car Systems, Halle 7, Stand 649

Integrierte KI sowie Sensorsystem zur Drohnenabwehr: Walaris, Halle 9, Stand 509

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