Die israelische Verteidigungsindustrie entwickelt neue Methoden, um der schnell wachsenden Bedrohung durch bewaffnete Drohnen zu begegnen. Das israelische Unternehmen Netline Communications Technologies hat SonicScan vorgestellt, ein passives akustisches Detektionssystem, das eine zusätzliche Erkennungsebene für unbemannte Luftbedrohungen bereitstellt.
Im Rahmen seiner Strategie zur Erweiterung seines operativen Portfolios verlässt Netline erstmals den Bereich der Hochfrequenz-(RF)-Spektrumanalyse und führt eine ergänzende passive Detektionstechnologie ein.
SonicScan ist bereits im operativen Einsatz und erkennt Luftbedrohungen durch die Analyse ihrer einzigartigen akustischen Signaturen. Das System identifiziert eine Vielzahl unterschiedlicher Drohnentypen entsprechend den vom Nutzer definierten Anforderungen.
Nach Angaben des Unternehmens arbeitet das System unabhängig von RF-Signalen und ermöglicht die Erkennung von Drohnen, die nicht nur per Funkfrequenz gesteuert werden, sondern auch über alternative Methoden wie Glasfaserverbindungen oder vollständig autonome Flugmodi.
Da SonicScan passiv arbeitet, sind keine Aussendungen von Signalen erforderlich. Dadurch ist eine kontinuierliche Überwachung möglich, ohne die eigene Position preiszugeben.
„SonicScan hat sich als wirksame Detektionslösung für glasfasergesteuerte FPV-Drohnen in anspruchsvollen Gefechtsumgebungen bewährt und ermöglicht rechtzeitige Abwehr- und Gegenmaßnahmen“, sagte Shai Palti, CEO von Netline.
SonicScan: Konzipiert für flexiblen Einsatz
Mithilfe fortschrittlicher KI-gestützter Signalverarbeitung analysiert SonicScan kontinuierlich die akustische Umgebung. Dadurch wird die Erkennungsgenauigkeit verbessert, Drohnensignaturen werden zuverlässiger von Hintergrundgeräuschen unterschieden und Fehlalarme reduziert. Das System passt sich an unterschiedliche Einsatzumgebungen an und wird entsprechend kalibriert, um eine optimale Leistung zu gewährleisten.
Laut Netline ist das System für einen flexiblen Einsatz konzipiert. SonicScan kann in Verfolgungs-, Führungs- und Kontrollsysteme (Command-and-Control-Systeme) integriert werden. Dank seiner Peilfunktion (Direction Finding, DF) liefert das System eine präzise Richtungsangabe zu erkannten Drohnen und ermöglicht deren kontinuierliche Verfolgung. Bei einer Verteilung auf mehrere Standorte erlaubt es zudem die Geolokalisierung von Bedrohungen sowie deren übersichtliche Darstellung auf einer Karte.
Nach Angaben des Unternehmens ermöglicht die Systemarchitektur eine Erweiterung des Überwachungsbereichs und eine Verbesserung der Erkennungsfähigkeiten. Sie unterstützt eine vollständige 360-Grad-Abdeckung des Einsatzraums. Diese Flexibilität eignet sich für Militärstützpunkte, Grenzschutzmissionen, kritische Infrastrukturen und andere sensible Bereiche.
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