Pistorius: „KSK wieder tadellos“

Das Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) verfüge über „außergewöhnliche, besondere, um nicht zu sagen, in vielen Fällen auch einzigartige Fähigkeiten“, lautete die Erkenntnis nach dem heutigen Besuch von Verteidigungsminister Boris Pistorius in Calw. Zwischen Reformbilanz, Zeitenwende und Drohnentechnologie zeigte der Ministerbesuch, wie sich Deutschlands Eliteverband neu ausrichtet – mit Fokus auf Landes- und Bündnisverteidigung und wachsendem Bedarf an moderner Wirkmitteltechnologie.

Minister Pistorius ließ sich heute in Calw die Ausrüstung des Kommando Spezialkräfte (KSK) zeigen.
Minister Pistorius ließ sich heute in Calw die Ausrüstung des Kommando Spezialkräfte (KSK) zeigen.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Es war nach 2023 der zweite Besuch des Ministers in Calw. Pistorius nahm sich die Zeit, mit den Soldatinnen und Soldaten des Kommandos ins Gespräch zu kommen – auch, um sich vom Erfolg vergangener Reformen zu überzeugen. „Der Ruf des KSK ist zu 100 Prozent wieder hergestellt“, erklärte Pistoris, „er ist tadellos. Die neue Führungskultur wurde erfolgreich etabliert.“

Zeitenwende – Das KSK im Wandel

Wenn sich die gesamte Bundeswehr auf Landes- und Bündnisverteidigung rückbesinnt, geht dieser Prozess auch nicht an den Spezialkräften vorbei. Dem Minister präsentierte das KSK heute „außergewöhnliche, besondere, um nicht zu sagen, in vielen Fällen auch einzigartige Fähigkeiten“.

Mit dem „Kommandotrupp als das zentrale Hauptwaffensystem im Kommando Spezialkräfte“ stellten die Soldaten in Calw den zentralen Blickpunkt. Dem Minister präsentiert wurden allerdings auch Scharfschützengewehre, Fahrzeuge, medizinisches Material und vieles mehr.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius (l.) mit dem Kommandeur des KSK, Brigadegeneral Andreas Kühne, vor einer Statue, die das "Hauptwaffensystem" des KSKs zeigt: den Kommandotrupp.
Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius (l.) mit dem Kommandeur des KSK, Brigadegeneral Andreas Kühne, vor einer Statue, die das "Hauptwaffensystem" des KSKs zeigt: den Kommandotrupp.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Beeindruckt hätten den Minister insbesondere die Fähigkeiten im Bereich der Aufklärung. Das Kommando Spezialkräfte verfügt über verschieden spezialisierte Soldatinnen und Soldaten – neben Kommando- sind dies Aufklärungs- und Unterstützungssoldaten.

Beim Staticdisplay – welches dem Minister einen Überblick über das Material und die Fähigkeiten vermitteln sollte – stehen eine Soldatin und ein Soldat in ziviler Kleidung. Sie demonstrieren, wie die Spezialkräfte beispielsweise als Rucksacktouristen getarnt Aufklärungsarbeit leisten können – überall auf dem Globus. Ändert sich die Lage, wird der unscheinbare Rucksack in Sekundenschnelle zur ballistischen Weste mit Waffe und Ersatzmagazinen.

„Jetzt durch die Zeitenwende, durch die neue Großlage in Europa verändert sich auch die Anforderungen an das KSK“, stellte Pistorius fest. Das internationale Krisenmanagement mit möglichen Evakuierungsoperationen bleibe für das Kommando wichtig, doch die Landes- und Bundesverteidigung stehen heute stark im Fokus. „Das ist die zentrale Aufgabe, auf die sich das KSK vorbereitet.“

Soldatinnen und Soldaten des Kommando Spezialkräfte sind im Einsatz auch zivil unterwegs – dann natürlich ohne Balaklava.
Soldatinnen und Soldaten des Kommando Spezialkräfte sind im Einsatz auch zivil unterwegs – dann natürlich ohne Balaklava.
Foto: CPM / Navid Linnemann

(Aus-)Rüstung an vorderster Front

Dafür benötigen die Spezialkräfte neueste Technik, die nicht immer so schnell auf dem Hof steht, wie es die Soldaten gerne hätten. Im Gespräch verrät ein Kommandosoldat gegenüber Defence Network, dass er große Hoffnung in die jüngsten Gesetzesinitiativen setze, damit Beschaffungsvorhaben für das KSK zukünftig schneller verlaufen.

Ein anderer Soldat demonstriert die aktuellen Drohnen, die dem KSK zur Verfügung stehen. Neben Technik aus China für die Aufklärung setzt man derzeit noch auf selbst gebastelte Wirkdrohnen. Das geht schneller. Die Drohne selbst ist kommerziell verfügbar. Für die Wirkung können unterschiedliche Sprengköpfe montiert werden, der Zündmechanismus ist mit Drähten selbst gebastelt – das Set-up erinnert an die Drohnenvideos aus der Ukraine.

Der Stand der Technik beim KSK – selbstgebastelte Wirkmittel als FPV-Drohne.
Der Stand der Technik beim KSK – selbstgebastelte Wirkmittel als FPV-Drohne.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Wenn es um Wirkung geht, ist der Bedarf an Drohnen, aber auch Loitering Munition beim KSK groß. „Das wird kommen“, lautete der kurze Kommentar des Verteidigungsministers. Angaben zu Zeitpunkt und Stückzahl wollte er nicht machen. Viel dürfte auch in der kommenden Woche im Ausschuss entschieden werden, wenn es um die Beschaffung von Loitering Munition für das gesamte Heer geht.

Allerdings betonte Pistorius: „Ein wichtiger Aspekt, der das KSK auszeichnet, ist seine Innovationsfähigkeit.“ Nicht nur Drohnen, sondern auch andere Wirkmittel, persönliche Ausstattung oder Kommunikationsmittel kommen häufig zuerst zu den Spezialkräften. Der bald flächendeckend bei der Bundeswehr einzuführende Multitarn ist hier ein aktuelles Beispiel.

Die Kommandosoldaten testen und nutzen modernste Systeme, die es noch bei keiner anderen Einheit gibt. „Die Erfahrungen“, sagte Pistorius, „die das KSK damit sammelt, geben dann wichtige Impulse auch für die weitere Einführung in die Truppe. Damit stärkt es die Bundeswehr insgesamt in diesen Zeiten.“

30 Jahre gibt es das KSK, heute zeigten die Soldaten dem Minister Ihr Gerät.
30 Jahre gibt es das KSK, heute zeigten die Soldaten dem Minister Ihr Gerät.
Foto: CPM / Navid Linnemann

Dank des Ministers

Die Soldatinnen und Soldaten des Kommandos Spezialkräfte übernehmen häufig eine besondere Aufgabe für die Truppe. Das ist bekannt, oft aber nicht so präsent. Pistorius nutzte seinen Besuch heute in Calw mit dem Dank für einen „besonderen Job“ des KSKs.

„Ein Job, der aus Sicherheitsgründen meistens für alle anderen im Verborgenen bleibt.“ Die Männer und Frauen des KSK stünden so gut wie nie im Rampenlicht. „Wir wissen aber“, so Pistorius, „um den großen Beitrag, den das KSK leistet und sind sehr dankbar dafür.“

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