Die Magura V7 sind unbemannte Speedboote, die mit Lenkflugkörpern bestückt gegen Luftziele wirken. In der erfolgreichen Konfiguration ist das System mit AIM-Sidewindern ausgestattet. Dies wiederum ist eine enorme Leistung, waren doch die Streitkräfte der Ukraine in der Lage, die amerikanischen Lenkflugkörper in ihr spezielles Führungs- und Waffensystem der unbemannten Boote zu integrieren. Erfolgreich.
„Anfang Mai erreichte die Magura V7 einen historischen Meilenstein, indem sie zwei russische Su-30-Kampfflugzeuge abschoss – der erste dokumentierte Fall in der Militärgeschichte, in dem eine Marine-Drohne bemannte Kampfflugzeuge zerstörte“, berichtet der Nachrichtendienst der Ukraine und erläutert: „Ursprünglich zur Zerstörung feindlicher Kriegsschiffe konzipiert, haben sich die ukrainischen Seedrohnen rasch weiterentwickelt. Als Reaktion auf den Einsatz von Hubschraubern durch Russland, um sie anzugreifen, haben ukrainische Ingenieure das System um Boden-Luft-Raketen erweitert und damit seine Vielseitigkeit im Kampf erheblich verbessert.“
Die Erfolge der Magura V7
Die Abschüsse der beiden russischen Su-30 wurden mittlerweile durch verschiedene weitere Quellen bestätigt. Die Vorgängerversion der Magura V7 hatte dabei bereits im Winter 2024 mindestens zwei russische Mi-8 Hubschrauber erfolgreich bekämpft, doch der Abschuss von bewaffneten Kampfflugzeugen – und die russischen Su-30 gelten als durchaus fähig – ist tatsächlich ein Meilenstein in der unbemannten Kriegführung, schließlich lässt sich nun ein millionenteures Flugzeug durch eine Plattform von um die 300.000 US-Dollar (plus Lenkflugkörper) abwehren.
Gleichzeitig zeigt es, dass unbemannte Systeme durchaus die Aufgaben von bemannten Schiffen übernehmen können, auch gegen Hochwertziele wie Hubschrauber oder Kampfflugzeuge.
Die Länge der Magura liegt bei rund 5,5 Meter bei einer Verdrängung von etwas über einer Tonne. Das System kann über mehrere Tage in See bleiben. Dabei ist es explizit nicht nur zur Abwehr ausgelegt. Der russische Geheimdienst erklärt: „Die Magura-Drohnen der neuen Generation sind vielseitige Aufklärungs- und Angriffsplattformen. Sie können hochwertige militärische Ziele auf See und in der Luft neutralisieren und kleinere Kamikaze-Drohnen starten, um Ziele tief hinter den feindlichen Linien anzugreifen.“
Die Systeme sind schnell, die Höchstgeschwindigkeit soll bei knapp 50 Knoten liegen. Als Payload sind bis zu 700 kg möglich. Mit diesen Eigenschaften und der geringen Silhouette sind die Systeme der Magura-Familie schwer zu detektieren und bekämpfen.
Aktuell existieren folgende Versionen der Seedrohne:
- Magura V5: Fähig zur Schwarmbildung und darauf ausgelegt, die Schiffe der russischen Schwarzmeerflotte zu versenken.
- Magura V6P: Eine multifunktionale Seedrohne.
- Magura V7: Ausgelegt auf die Bekämpfung von Luftzielen und die erste Drohne in der Geschichte, die einen Kampfjet zerstört hat.
- Magura V7 Modified: Ausgestattet mit einem Maschinengewehr.
Erfolg des Drohnenkriegs
Bisher wurden die Magura immer als Remote Controlled bezeichnet, allerdings ist dies sicherlich nicht das Ende der Möglichkeiten. Doch setzen die ukrainischen Streitkräfte sehr oft auf ferngesteuerte Drohnen, da diese deutlich günstiger und schneller herzustellen sind.
Drohnen – egal ob fliegende, schwimmende oder fahrende, sind für die ukrainischen Streitkräfte schließlich Massenware. Schnell und vergleichsweise günstig herzustellen, einfach zu erlernen, Erfolgsraten von 80 Prozent sind ausreichend. Den Erfolg dieser Vorgehensweise beweist die Tatsache, dass das Land sich bereits seit mittlerweile drei Jahren erfolgreich gegen die Weltmacht Russland verteidigt. Auch mit den Seedrohnen wie der Magura V7.
Hier das Video, das die ukrainischen Streitkräfte zum Abschuss eines Kampfflugzeugs durch eine Magura veröffentlichten.
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