Im Dezember 2024 ging der erste Lynx zur Erprobung in die Ukraine, bereits Anfang dieses Jahres werden die ersten fünf regulären Schützenpanzer ausgeliefert, wie Rheinmetall heute mitteilte. Die Schützenpanzer werden demnach den Zwei-Mann-Turm Lance haben und länderspezifisch konfiguriert sein.
„Wir sind dankbar für das Vertrauen, das die Ukraine uns entgegenbringt“, so Armin Papperger, Vorstandsvorsitzender der Rheinmetall AG. „Ebenso danken wir der Bundesregierung für deren Unterstützung. Der Auftrag ist ein grundlegender Erfolg, der unsere fortgesetzten Bemühungen zur Unterstützung der Ukraine unterstreicht.“
Die Entscheidung für den Lynx KF41 durch die Ukraine war nach umfangreichen Tests gefallen (wir berichteten), der Vertrag im Dezember 2025 gezeichnet worden. Laut dem Unternehmen soll der Auftragswert für die ersten fünf Schützenpanzer sich „auf einen mittleren zweistelligen Millionen Euro-Bereich“ belaufen, so Rheinmetall, „wobei die Systeme durch die Bundesrepublik Deutschland finanziert werden“.
Wie viele Lynx die Ukraine genau bestellte ist nicht bekannt, allerdings sprach Papperger ursprünglich einmal von einem möglichen Rahmenvertrag zur Lieferung von mehreren hundert Lynx an die Ukraine. Zudem führte Rheinmetall heute weiter aus: „Als nächster Schritt ist die Beschaffung weiterer Lose einschließlich der Produktion in der Ukraine vorgesehen.“
Der Schützenpanzer Lynx KF41
Mit dem Lynx hat Rheinmetall einen modernen Schützenpanzer entwickelt, der sich durch seinen tatsächlich modularen Aufbau auszeichnet. Wie beim Boxer setzt sich das Gesamtfahrzeug aus einem Fahrmodul und einem Missionsmodul zusammen, letzteres lässt sich mittels Kran innerhalb kurzer Zeit austauschen. Dies vereinfacht nicht nur den Rollentausch, sondern auch die Integration neuer Fähigkeiten. Zudem ist die Austauschbarkeit zwischen den Nationen gegeben.
Wenn also Ungarn für seine Lynx das Luftverteidigungssystem Skyranger integriert, dann kann dies später durch andere Nationen wie die Ukraine genutzt werden. Auch Italien hat sich für den Schützenpanzer von Rheinmetall entschieden und will ihn unter anderem in den Varianten Schwere Aufklärung mit 120mm, Luftverteidigung mit Skyranger, Elektronischer Kampf mit Jammer, 120mm Mörser sowie Panzerabwehr mit Spike einführen. Alles Module, die später auch der Ukraine zur Verfügung ständen. Zudem ist der Lynx weiterhin im Rennen um das US-Programm XM30 Mechanized Infantry Combat Vehicle Program (früher OMFV). Mit dem Gewinnersystem sollen die Bradley-Schützenpanzer der amerikanischen Streitkräfte ersetzt werden, wodurch noch deutlich mehr nutzbare Missionsmodule hinzukämen.
Der Lynx KF41 wurde erstmalig auf der Eurosatory 2018 vorgestellt, er bietet drei Besatzungsmitglieder und einer Absitzstärke von bis zu neun Soldaten Platz. Das Gewicht liegt bei maximal 50 Tonnen. Er wird von einem 1.140 PS starkem Motor angetrieben und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 70 km/h.
Der Schützenpanzer besitzt zudem eine offene elektronische Architektur und mit das größte geschützte Innenraumvolumen in seiner Klasse. Mit einem skalierbaren Gewichtskonzept, einem effizienten Antriebssystem und moderner Schutztechnologie vereint er somit Mobilität mit Sicherheit, was wiederum immer mehr Länder in Europa zu einer Beschaffung des modernen und vor allem modularen Schützenpanzers von Rheinmetall bewegt.
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