Die Panzerbrigade 45 „Litauen“ soll ab 2028 die einsatzbereiteste Brigade des deutschen Heeres sein. Schon heute sind rund 2.800 Soldaten vor Ort, im November testet sie erstmals Loitering Munition und 700 Drohnen im Gefecht. Ihr Kommandeur, Brigadegeneral Christoph Huber, spricht im Interview mit dem Defence Network über Vollausstattung, Drohnenabwehr und darüber, wie es sich anfühlt, an der NATO-Ostflanke zu dienen.

Herr General, die Panzerbrigade 45 „LITAUEN“ hat einen außergewöhnlich klaren Auftrag: Abschreckung jetzt und – wenn erforderlich – auch die Verteidigung. Was bedeutet das für Sie militärisch?
Das bedeutet, dass wir einen glasklaren militärischen Auftrag haben. Schon heute, insbesondere aber in voller Einsatzbereitschaft ab Beginn 2028 als Brigade mit höchster Einsatzbereitschaft des deutschen Heeres. Wir können uns auf die Operationsführung im Rahmen der NATO-Verteidigungspläne konzentrieren und uns klar auf die Fähigkeiten ausrichten, die wir brauchen, um ein Verteidigungsgefecht erfolgreich, siegreich zu führen.
Das bringt weitere Vorteile mit sich: Wir sind schon heute in unserem künftigen Operationsraum, gewinnen Geländekenntnis und können die Vorbereitung bereits in Friedenszeiten treffen, für den Fall einer Krise oder eines Angriffs auf das NATO-Bündnisgebiet. Damit sind wir Teil des NATO-Abschreckungs- und Verteidigungsdispositivs, das Deutschland zur Verfügung stellt.
Als Panzerbrigade 45 „Litauen“ sind wir Teil der 10. Panzerdivision. Allein heeresmäßig stehen in dieser Division rund 24.000 Frauen und Männer für die Verteidigung in dieser Region der NATO bereit. Damit untermauern wir sehr deutlich, wie wir unsere Landes- und Bündnisverteidigung wahrnehmen.
Der Bundeskanzler hat das beim Aufstellungsappell meiner Brigade am 22. Mai des vergangenen Jahres sehr schön eingeordnet: „Der Schutz von Vilnius ist der Schutz von Berlin.“ Dieses Zitat drückt es, glaube ich, sehr gut aus.
Sie sprachen von voller Einsatzbereitschaft. Ein anderes Wort mit „voll“ lautet „Vollausstattung“. Wann ist diese für Sie erreicht: wenn das ganze Material da ist, vor allem Großgerät, oder gibt es eine andere Definition?
Von unserer Seite aus bezieht sich Vollausstattung zunächst auf das Material. Es bedeutet, dass wir am Ende 100 Prozent unseres Materials, gerade unserer Hauptwaffensysteme, für unseren Auftrag zur Verfügung haben. Die Panzerbrigade 45 „Litauen“ hat Top-Priorität in den deutschen Streitkräften, und wir erhalten alles, was wir zur Auftragserfüllung brauchen.

Bei den Hauptwaffensystemen ist das der Kampfpanzer Leopard 2, den wir im Panzerbataillon 203 schon in der modernsten Version haben, dem 2A7A1 und nach erfolgreicher Einführung dann auch in der Version 2A8. Der Schützenpanzer Puma S1 ist bereits heute bei meinen Panzergrenadieren aus Oberviechtach im Einsatz und kommt zur Übung wieder nach Litauen.
Die Weisungslage im deutschen Heer ist hier klar: Diese Brigade wird die Vollausstattung von Beginn an haben. Ich habe alles, was ich brauche, um im Rahmen der Division das Gefecht der verbundenen Waffen führen zu können.
Das sind nicht nur die klassischen Elemente – Panzertruppen im Zusammenspiel mit Artillerie –, sondern auch neue Fähigkeiten, wobei „neu“ in Anführungszeichen steht. Ein Beispiel ist Loitering Munition, die wir im November erstmals im Rahmen einer Übung testen werden. Im Bereich der Aufklärung habe ich mittlerweile sehr viel unbemannte Technik, auch aus der Luft. Perspektivisch kommen Systeme wie der Skyranger in der Flug- und Drohnenabwehr im Nah- und Nächstbereich hinzu.
Außerdem gehören die Truppengattungen in der Brigade zu diesem Fähigkeitsmix: Panzertruppe, Panzergrenadiere, Pioniere, und Artillerie, viel Aufklärung und Maßnahmen der elektronischen Kampfführung, die uns auch über ELOKA-Bataillone zur Verfügung gestellt werden. Das alles gehört zur modernen Kriegsführung und damit zur Abschreckung.

Dazu kommt die Bevorratung mit Munition und Betriebsstoffen, die hier in Litauen in den erforderlichen Versorgungsraten vorhanden sein wird. Auch das ist Teil der Abschreckung: dass wir das Gefecht über einen längeren Zeitraum selbst ohne Nachversorgung führen können.
Sie sprachen gerade von „neuen“ Fähigkeiten und haben den Skyranger kurz erwähnt. Aus den Medien kann derzeit entnommen werden, dass Sie als Erstes ein System von Diehl Defence erhalten sollen, den GARMR. Was können Sie dazu sagen?
Ich möchte nicht auf einzelne Waffensysteme schauen. Grundsätzlich brauchen wir in diesem Bereich die entsprechenden Fähigkeiten. Klar ist, wie auch vom Inspekteur des Heeres vorgegeben, dass wir zu Beginn jeglicher Operationsführung einen Schutzschirm über den eigenen Kräften aufbauen. Dazu gehören die Maßnahmen von Flug- und Drohnenabwehr ganz maßgeblich dazu.
Das sind am Ende Systeme wie der Skyranger, aber auch Systeme, die uns zu Beginn die Luftwaffe zur Verfügung stellt, etwa IRIS-T SLM. Dann werden perspektivisch auch Abfangdrohnen dazu kommen. Aber nicht nur das: Auch die elektronische Kampfführung, die anfliegende Drohnen stören und vom Kurs abbringen oder zum Absturz bringen kann – sofern sie nicht mit Glasfaser ausgestattet sind. Das sind alles wesentliche Maßnahmen, die wir immer ab Phase 1 jeder Operationsführung brauchen.
Die Weichen sind gestellt. Natürlich, für mich als verantwortlichen Truppenführer kann es nie schnell genug gehen: Die Systeme brauchen wir, und wir werden sie bekommen. Bis dahin wird unter anderem durch Beiträge aus der Luftwaffe der Schutzschirm bereitgestellt.
Wie üben Sie mit dem Material und Personal, welches Sie in Litauen zur Verfügung haben? Auf Brigadegröße soll das dort relativ schwierig sein …
Wir haben im Juni dieses Jahres erstmalig unsere Brigadegefechtsübung „Freedom Shield“ – Schild der Freiheit – durchgeführt, in diesem Fall „Freedom Shield 26-I“. Das ist die Übungsserie der Panzerbrigade 45 „Litauen“. Die Besonderheit: Wir führen diese Volltruppenübung zweimal im Jahr durch. Dabei zertifizieren wir auch unsere Multinational Battlegroup nach NATO-Kriterien.

Bei dieser ersten Übung waren 2.900 Soldaten und beispielsweise 350 Drohnen beteiligt, alle Fähigkeiten waren vorhanden, von Kampfhubschraubern über Luftwaffe, Joint Fires bis zu elektronischen Kampfführung über die ELOKA-Bataillone wie auch Sanitätskräfte. Das haben wir auf dem Truppenübungsplatz Pabradė durchgeführt. Es war die erste – aus meiner Sicht erfolgreiche – Übung dieser jungen Brigade auf so hoher Ebene: zwei Gefechtsverbände im Kampf gegeneinander. Damit haben wir gezeigt, wie einsatzbereit wir schon sind.
Im November führen wir „Freedom Shield 26-II“ durch. Dort wird ein deutliches Plus an Fähigkeiten geübt. Es sind wieder zwei Gefechtsverbände: die Multinational Battlegroup und das verstärkte Panzergrenadierbataillon 122. Dieses wird verstärkt mit Elementen meines Panzerbataillons 203, einer litauischen Kompanie sowie vielen Fähigkeiten der elektronischen Kampfführung.
Erstmals setzen wir Loitering Munition in einer wichtigen Testung auf Brigadeebene in einer Gefechtsübung ein. Dazu kommen nicht mehr 350, sondern nun 700 Drohnen, darunter moderne FPV-Drohnen, die perspektivisch bewaffnet sein werden. Wir werden also tatsächlich den eben angesprochenen Fähigkeitsmix einsetzen.

Die Ausbildungsbedingungen hier in Litauen sind gut. Auf Brigadeebene stoßen wir natürlich auch an Grenzen, ähnlich wie auf deutschen Übungsplätzen. Deshalb führen wir Anteile der Übung im freien Gelände durch, also inmitten der Zivilbevölkerung. Wir überqueren zum Beispiel den Fluss Nemunas, auf Deutsch Memel, in einer Wide Wet Gap Crossing. Das üben wir mit niederländischen Pionieren. Das Ganze wird natürlich eingebettet in den angesprochenen Schutzschirm durch Mittel der Luftwaffe, elektronischer Kampfführung und weitere Luftverteidigungssystemen – für eine Gewässerüberquerung besonders wichtig.
Welche Aufgaben hat der Sanitätsdienst in Ihrer Brigade in Litauen, und ergeben sich durch die Stationierung in Litauen andere Aufgaben als in Deutschland?
Zunächst einmal möchte ich feststellen, dass die Verwundetenversorgung für mich Top-Priorität hat. Uns Soldaten bewegt am Ende – neben unserem Eid, das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen – insbesondere, dass wir wissen, dass unsere Kameradinnen und Kameraden links und rechts gegenseitig füreinander einstehen. Die Bedeutung der kleinen Kampfgemeinschaft kann ich als Kampftruppenoffizier nicht hoch genug einschätzen. Deshalb ist es bei jeder Ausbildung und Übung das A und O, dass wir unsere Soldatinnen und Soldaten in der Verwundetenversorgung schulen; beginnend in der Selbst- und Kameradenhilfe.
Wir schauen genau auf das aktuelle Kriegsbild im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, und sehen, wie wichtig Extended Care ist. Kameraden müssen über sehr lange Zeiträume lebensrettende und -erhaltende Maßnahmen durchführen können. Das war ein Schwerpunkt bei Freedom Shield 26-I und wird es auch in der nächsten Übung sein. Die Kameradinnen und Kameraden des Sanitätsdienstes unterstützen uns dabei hervorragend, schauen uns auf die Finger und bilden uns aus, damit wir in der Lage sind, unsere Ersthelfer Alpha und Bravo wirklich entsprechend zu schulen.

Dann üben wir die Rettungskette, beginnend am Ort der Verwundung. Bei Freedom Shield 26-II werden wir das mit sehr realistischen Entfernungen bis zur Role 2 immer wieder durchspielen: Wie funktioniert das? Reichen die verfügbaren Fahrzeuge in der Rettungskette aus? Was muss die Kampftruppe im Rahmen von CASEVAC selbst leisten, bis zur Role 1, beim Abtransport von Verwundeten? Das üben wir unter sehr realistischen Bedingungen, auch unter der ständigen Bedrohung durch gegnerische Drohnen, die hier als Teil der Übung 24/7 aktiv sind.
Für uns als Heeresbrigade ist das eine große Chance, eng mit dem Unterstützungsbereich und seinen Sanitätskräften zusammenzuarbeiten.
Gibt es einen großen Unterschied zu Deutschland? Nein, denn am Ende des Tages funktioniert das im Zusammenspiel mit dem Unterstützungsbereich, der Sanität und uns. Eine Besonderheit gibt es vielleicht, denn perspektivisch werden wir ein Sanitätsbataillon hier vor Ort haben, das in der zweiten Jahreshälfte 2027 nach Litauen verlegen wird. Dann können wir noch enger und kohäsiver zusammenarbeiten, als es in Deutschland aufgrund knapper Ressourcen manchmal der Fall ist.
Sie erwähnten eben Multinationalität, etwa durch niederländische Pioniere, die mit Ihnen üben. Auch die Multinational Battlegroup Lithuania ist Teil Ihrer Brigade. Wie weit geht Multinationalität im Gefecht, und wo ist eine Grenze erreicht, an der einheitliche Verfahren und Führungsstrukturen wichtig sind?
In unseren Gefechtsverbänden arbeiten wir nach Möglichkeit national, weil das bei Sprache, Schnelligkeit und bei der Interoperabilität hilft. Als ehemaliger erster Kommandeur der Multinational Battlegroup, die damals noch eFP-Battlegroup hieß, kann ich aber sagen: Gerade mit unseren niederländischen und norwegischen Kameradinnen und Kameraden, natürlich auch den weiteren Nationen, die in der Multinational Battlegroup beteiligt sind, hat sich ein sehr hoher Standard der Zusammenarbeit entwickelt – auch im Zusammenwirken unter Gefechtsbedingungen. Ich kann mit gutem Gewissen sagen: Das sind Frauen und Männer, denen ich voll vertraue und die ich jederzeit ins Gefecht führen würde. Im Februar werden es bereits zehn Jahre sein, dass wir so eng zusammenarbeiten. Dadurch haben wir diese Standards entwickelt.

Im Deutschen Heer haben wir generell eine sehr tiefe Integration mit den niederländischen Heeresanteilen. Mein stellvertretender Divisionskommandeur ist ein niederländischer General, der stellvertretende Kommandeur des deutschen Feldheeres ebenfalls. Einer meiner Counterparts in der Division ist ein niederländischer Brigadekommandeur mit seiner Brigade. Wir üben zusammen, kämpfen zusammen, wir verstehen uns und vertrauen uns voll und ganz.
Gleichzeitig ist die Panzerbrigade 45 „Litauen“ natürlich eine deutsche Brigade, die ihre multinationalen Anteile im Wesentlichen auf die Multinational Battlegroup beschränkt. Fest steht darüber hinaus aber auch: Gemeinsam mit unseren Alliierten verteidigen wir im Ernstfall jeden Zentimeter des Bündnisgebietes. Es gilt das Motto der NATO: Stronger together!
Zwischenfrage: Wie hoch ist der Personalstand bei Ihnen aktuell?
Die Zielstruktur sind 4.800 Soldatinnen und Soldaten und 200 zivile Mitarbeitende, die hier in Litauen ihren Dienst leisten werden. Momentan kommen wir in der Panzerbrigade 45 „Litauen“ auf eine Gesamtstärke von rund 2.800, das sind vor allem die Multinational Battlegroup und Teile meiner Brigadeeinheiten, die bereits hier stationiert sind.
Dazu kommen die beiden Kampftruppenverbände Panzergrenadierbataillon 122 und Panzerbataillon 203 in Deutschland, die mir bereits unterstehen und die im kommenden Jahr mit weiteren Truppenteilen der Brigade nach Litauen verlegen werden.
Bezogen auf die Soldatinnen und Soldaten, die bereits in Litauen stationiert sind: Ändert die geografische Nähe zu Russland etwas bei der Haltung der Soldaten oder in der Auftragswahrnehmung?
Bei der Bundeswehr legen wir sehr großen Wert auf die Innere Führung: dass unsere Soldatinnen und Soldaten überzeugt sind von dem, was sie tun, und nicht aus Kadavergehorsam folgen. Das wollen wir unter keinen Umständen bei uns haben. Wir wollen Staatsbürger in Uniform sein – überzeugt von unserem Auftrag. Ich habe vorhin den Eid angesprochen, Recht und Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen. Die Soldaten spüren hier in Litauen sehr deutlich, dass sie für ihr Vaterland diesen Eid erfüllen. Ich habe eben die Worte des Bundeskanzlers angesprochen: Der Schutz von Vilnius ist der Schutz von Berlin. Daran glauben meine Soldatinnen und Soldaten.

Zusätzlich erfahren wir von der litauischen Bevölkerung, dass wir gebraucht werden. Diese große Dankbarkeit spüren wir von der Staatsführung bis hinunter auf die Straße. Meine Soldatinnen und Soldaten werden in Cafés zu Kaffee und Kuchen eingeladen, in der Bar bekommen sie ein Bier ausgegeben, an der Fußgängerampel in Uniform stehend kommen Fremde auf uns zu und sagen „Danke für Ihren Dienst“. Das ist ein gutes Gefühl: Wir werden gebraucht, und man weiß zu schätzen, was wir hier leisten.
Für meine Generation – ich bin 1975 geboren – spielt da noch etwas anderes hinein. Im Kalten Krieg haben amerikanische Soldaten bei großen Übungen ihre Panzerstellungen praktisch im Vorgarten meiner Eltern bezogen. Vor diesem Hintergrund weiß ich: Ich habe den amerikanischen Alliierten viel zu verdanken, dass ich in Frieden und Freiheit mit einem gewissen Wohlstand aufwachsen konnte. Jetzt ist es an uns, etwas zurückzugeben; an unsere östlichen Bündnispartner.
Was mir teilweise eine Gänsehaut auf den Rücken treibt, ist, wenn junge Soldatinnen und Soldaten, geboren in den 1990ern und Anfang der 2000er, zu mir sagen: „Herr General, ich finde es wirklich gut, dass wir jetzt hier auch etwas machen als Deutsche.“ Das finde ich sehr beeindruckend.
Zum Ende noch das Stichwort „Fight Tonight“: Stellen Sie sich vor, Sie müssten morgen unter Gefechtsbedingungen Ihre Brigade führen: Gibt es eine Fähigkeit, von der Sie sich mehr wünschen würden? Oder umgekehrt: Was kann die Panzerbrigade 45 „Litauen“ heute schon, über das in Deutschland vielleicht gar nicht so viel gesprochen wird?
Für mich als Kommandeur ist es wesentlich, dass wir das Gefecht – wenn es dazu kommen sollte – erfolgreich, siegreich führen können. Dazu müssen wir den richtigen Fähigkeitsmix in der richtigen Kampfweise zum Einsatz bringen. Das Gute ist, dass wir bereits heute über große Teile davon verfügen.

In unseren Übungen „Freedom Shield“ demonstrieren wir das nicht nur in der Computersimulation, sondern im Gelände. Wir bilden unter kriegsmäßigen Bedingungen aus, damit wir im hoffentlich nie eintretenden Ernstfall bestmöglich vorbereitet sind. Das ist gelebte Abschreckung: Ein Gegner soll klar sehen, hier steht eine Panzerbrigade, die Teil der NATO ist, dem größten Verteidigungsbündnis der Menschheitsgeschichte. Bis hierher und keinen Schritt weiter.
Ich habe angesprochen, dass wir die großen Teile des Fähigkeitsmixes bereits hier vor Ort haben. Dazu gehören dann auch weitere Elemente der Drohnenabwehr und der elektronischen Kampfführung. Die Beschaffungen laufen derzeit mit Hochdruck, vorangetrieben durch uns im Heer und grundsätzlich in der Bundeswehr durch die hohe Priorität des Generalinspekteurs. Das ist genau der richtige Weg, weil sie uns dazu befähigen, siegreich zu sein. Das Schöne für meine Frauen und Männer ist: Sie erhalten es als Erste. Es wird in Deutschland getestet und sobald die Einsatzreife da ist, wird es sofort bei uns eingeführt.
Ein Beispiel, das genau diesen Unterschied macht, ist die Loitering Munition. Ich bin sehr gespannt auf die kommende Übung Freedom Shield, in der wir deren Einsatz in einer Zwei-Parteien-Übung unter realistischen Einsatzbedingungen testen. Nächstes Jahr wird mein Panzerartilleriebataillon 455 diese Fähigkeit dann nach Litauen bringen. Das sind die Gamechanger, die uns befähigen, erfolgreich zu kämpfen.
Möchten Sie abschließend noch etwas Persönliches sagen?
Mir liegt die Übung Freedom Shield sehr am Herzen, weil sie die Möglichkeit bietet, Dinge in der Praxis auszuprobieren. Da läuft auch nicht alles perfekt, dazu stehe ich. Wir probieren Dinge aus, wir fallen auch mal auf die Nase und machen es dann besser. Das ist der Spirit, den ich bei meinen Frauen und Männern festgestellt habe: Die wollen alle, es sind Macher. Am Ende werden wir durch Ausbildung nie schlechter, wir werden immer besser. Das müssen wir uns auf die Fahne schreiben.
Herr General, vielen Dank für das Gespräch!
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