Laserwaffen besitzen gerade im Bereich der Drohnenabwehr großes Potential, da sie mit äußerst geringen Kosten pro Schuss aufwarten. Ein entsprechendes System auf Boxer-Basis ist Gegenstand eines deutsch-niederländischen Projektes. Dessen Ergebnis, der durch Rheinmetall mit der Laserwaffe versehene Jupiter, befindet sich aktuell in der Erprobung durch die Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) in Meppen, wie Defence Network erfahren konnte. Die ersten Ergebnisse seien positiv zu bewerten.
Bereits im Herbst 2019 schlossen sich die Niederlande und Deutschland zusammen, um gemeinsam mit ihren jeweiligen industriellen Fähigkeiten einen einsatzfähigen Boxer mit Laserwaffenmodul zu realisieren. Als Zeitrahmen wurden fünf Jahre festgelegt, doch die Integration der notwendigen Hochtechnologie in den doch begrenzten Raum eines Boxers stellte alle beteiligten Unternehmen vor Herausforderungen. Es galt beispielsweise die Batterieleistung zu realisieren sowie die Kühlung des Systems, alles in einer mobilen Plattform für unterschiedlichste Umweltbedingungen.
Deutschland bringt in den Jupiter über Rheinmetall seine Kompetenzen bei den Laserwaffen ein. Von der niederländischen Industrie stammt wiederum der Energiespeicher und die Kühlung des Waffensystems, beides schwierige bis kritische Faktoren bei Laserwaffen. Das Unternehmen DEMCON lieferte hierfür gemeinsam mit Power Battery den kompakten und leistungsstarken, flüssigkeitsgekühlten Akku, der den Laser mit Strom versorgt. Besondere Spitzen bilden sich dabei allerdings nicht, da ein Laserschuss in etwa dem Output beim Start eines Elektroautos entspricht.
Laserwaffen-Boxer bei der Wehrtechnischen Dienststelle
Nun fährt und schießt der Jupiter (offiziell: Joint Universal Platform for Laser Integration, Test and Evaluation in Realtime) also in der WTD 91 in Meppen. „Der Jupiter kann sowohl gegen Drohnen als auch gegen Munition eingesetzt werden“, berichtet die Bundeswehr und führt weiter aus: „Mit dem System ist das Schießen während der Fahrt möglich, sodass es perspektivisch zum Konvoischutz genutzt werden kann. Die Kooperation zur Optimierung des Systems wird mit den Niederländern fortgeführt.“
Auch Rheinmetall betont: „Drohnen sind in aktuellen und zukünftigen Konflikten eine enorme Bedrohung für die eigene Truppe. Rheinmetall hat sehr früh diese neue Bedrohung erkannt und an effektiven Verteidigungslösungen gearbeitet. Der Boxer mit Laserwaffen ist inzwischen ein bilaterales Projekt zwischen Deutschland und den Niederlanden, in dem Rheinmetall die Technologieführerschaft übernommen hat. Durch seine modulare Bauweise eignet sich der Boxer hervorragend für dieses neue Waffensystem.“
Neben der reinen Laserwaffe ist vor allem das Erkennen, Verfolgen und Halten des Ziels von großer Bedeutung. Die entsprechenden Fähigkeiten konnte Rheinmetall bereits in anderen Laserwaffen für die Bundeswehr zeigen, so wurde ein gemeinsam mit MBDA Deutschland entwickelter Laser beispielsweise erfolgreich auf einer deutschen Fregatte getestet.
Deutschland zeigte sich dabei bisher zwar in der Entwicklung der Laserwaffe führend, eingeführt sind allerdings noch keine. Und so konnte sogar die britische Marine für sich reklamieren, als erste europäische Marine eine Laserwaffe auf einer seegehenden Einheit eingeführt zu haben, obwohl die deutschen Versuche bereits Jahre vorher stattgefunden hatten. Doch in tatsächlicher Nutzung sind bisher noch keine.
Technische Spezifikationen Jupiter:
- Reichweite: bis zu 3.000 m gegen Drohnen
- nx360° Bekämpfungsfähigkeit
- Schießen während der Fahrt möglich
- 2-Mann-Bedienkonzept
- DIN EN 61508 kompatibel und ITAR-frei
- TRL 5–6
Hinweis: Das Thema Drohnenabwehr wird auch ein Schwerpunkt beim Ground Based Air Defence Summit 2026 sein, der in der kommenden Woche in Berlin stattfindet.
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