Das ukrainische Unternehmen Parabella präsentiert auf der Eurosatory sein gleichnamiges mobiles, gepanzerter Schutzschild für Soldaten, das Beobachtung und Wirkung aus geschützter Position ermöglicht. Entwickelt und erprobt wurde der Feuerstand für Grabensysteme unter realen Gefechtsbedingungen in der Ukraine. Selbst direkte Treffer durch Artillerie, Panzerfäuste und Minen soll er widerstehen.
Das Kofferwort Parabella leitet sich aus der lateinischen Weisheit „Si vis pacem, para bellum“ (Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor) und dem englischen Wort „umbrella“ ab.
Mit diesem Anspruch bringt das ukrainische Unternehmen einen mobilen militärischen Unterstand auf den Markt. Im Steckformat aufbaubar soll er die Sicherheit von bis zu zehn Soldatinnen und Soldaten bei gleichzeitiger Feuer- und Beobachtungsfähigkeit gewährleisten.
Das System wurde nach allen ukrainischen Normen und Standards getestet, zertifiziert, nach NATO-Standards kodifiziert (NATO Stock Number: 5411-61-017-2890) und von ukrainischem Militär freigegeben.
Ukrainischer Breitbandschutz
Was Parabella von klassischen Schutzlösungen unterscheidet, ist das Ausmaß der dokumentierten Belastungstests. Laut Hersteller übertraf der Unterstand bei den Tests die Erwartungen und zeigte sich resistent gegen Beschädigungen durch alle Arten von Kleinwaffen.
Getestet wurden beispielsweise 14,5-mm-panzerbrechender Brandmunition aus einem Granatwerfer, Treffer durch 152-mm-Sprenggranaten der Artillerie sowie gegen den direkten Einschlag von 120-mm-Landminen bei gleichzeitiger Detonation zweier Minen. Auch gegen Drohnenangriffe sowie gegen Hohlladungswaffen wie die RPG-7 soll die Konstruktion bestehen.
Parabella aus 16-mm-Panzerstahl
Materielle Basis ist 16 mm starker deutscher Sicherheitsstahl von Ilsenburger Grobblech – Typ Secure 500 – der in drei verschiedenen Schichten montiert wird. Auffällig ist die lammelenartige Schicht außen, die wie ein „Wellenbrecher“ Detonationen abschwächen soll. Der 3,25 Meter breite und lange sowie 90 Zentimeter hohe Feuerstand kommt auf ein Gewicht von rund 3.300 Kilogramm.
Auf der Eurosatory gibt Parabella die Dauer des Aufbaus durch zwei Personen mit rund einer Stunde an, der Abbau soll lediglich 15 Minuten benötigen. Allerdings kommt die Zeit für den Aushub noch hinzu.
In zerlegtem Zustand lässt sich der Feuerstand leicht verlegen. Auch im montierten Zustand ist eine Verlegung zum gewünschten Einsatzort mittels Kran und Lkw möglich. Parabella sagt, dass so ein schneller Stellungswechsel und flexible Positionierung im Gefechtsfeld ermöglicht werden solle.
Hinter dem Produkt steht ein ukrainisches Unternehmen mit fast 70 Jahren Erfahrung in der Metallverarbeitung, das ursprünglich unter der Marke Zalizna Volya zivile Stahlschutzräume fertigte. Nach Beginn der russischen Invasion entwickelte das Unternehmen das Produkt und die Marke Parabella als spezifisch militärische Lösung für die Front.
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