Während der heute in Berlin stattfindenden Regierungskonsultationen haben der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zahlreiche Verträge unterzeichnet – darunter auch einen Rüstungsdeal mit dem deutsch-ukrainischen Joint Venture Auterion Airlogix. Dieses soll künftig Tausende schwere, KI-gesteuerte autonome Drohnensysteme in Deutschland fertigen.
Es ist der erste deutsche Serienproduktionsauftrag für Drohnen dieser Klasse – und macht die auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar angekündigte Partnerschaft nun zur industriellen Realität.
Massenproduktion statt Einzelstücke
Die neue Produktionslinie wird mittlere X-Wing- und Delta-Wing-Drohnen herstellen, die speziell für umkämpfte Umgebungen konzipiert sind. Die Besonderheit hierbei: Die Systeme funktionieren auch ohne GPS-Signal und sind damit resistent gegen elektronische Störungen. Zunächst sollen die Systeme ausschließlich an die Ukraine geliefert werden. Doch auch die Bundeswehr könnte in einem zweiten Schritt von der Produktionslinie profitieren und identische Systeme erhalten.
Während es bislang um Stückzahlen im zweistelligen Bereich dieser autonomen Drohnen ging, zielt der heute geschlossene Vertrag auf Tausende Einheiten pro Jahr ab. Laut Auterion Airlogix waren solche Stückzahlen bisher undenkbar für deutsche Rüstungsproduktion im Bereich autonome Systeme.
Ukrainische Erfahrung trifft deutsche Präzision
Möglich soll das eine intelligente Arbeitsteilung machen: Airlogix bringt bewährte ukrainische Drohnen-Plattformen mit, die im intensivsten Drohnenkrieg entwickelt wurden. Auterion steuert die KI-Software für autonome Navigation, Zielsteuerung und elektronische Widerstandsfähigkeit bei. Die Fertigung erfolgt vollständig in Deutschland unter ukrainischer Exportgenehmigung.
Das Ergebnis sind autonome Drohnensysteme auf dem neuesten Stand der Technik, die sofort in NATO-Kommandostrukturen integrierbar sein sollen. Für die Ukraine bedeutet dies eine sichere, europäische Versorgung mit zuverlässiger Drohnentechnologie. Für die Bundeswehr ist es der schnellste Weg, um autonome Systeme in großem Maßstab einzuführen.
Offene Produktionslinie und weitere Verträge
Das heute von Selenskyj und Merz geschlossene Vertragswerk sieht zudem vor, dass auch andere NATO-Partner von der Produktionslinie profitieren können. Der Vertrag schafft damit auch die Grundlage für eine europäische Rüstungsindustrie, die für zukünftige Drohnenkriege relevant ist und europäische Fähigkeiten stärkt.
Unterzeichnet wurden heute in Berlin auch andere Verträge aus dem Bereich der unbemannten Flugsysteme. So konnte Quantum Systems weitere Joint Ventures mit ukrainischen Unternehmen abschließen. (Defence Network berichtete).
Laut einer Meldung des Verteidigungsministeriums wurden zur weiteren Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung auch ein Vertrag mit der Firma Raytheon über die Lieferung von mehreren Hundert Raketen sowie eine weitere Bestellung bei Diehl Defence über weitere Startgeräte IRIS-T gezeichnet. Diese Vorhaben werden von Deutschland finanziert, um den Schutz kritischer Infrastrukturen und Städte erheblich zu verbessern.
Seit dem russischen Überfall auf die gesamte Ukraine hat Deutschland zivile Unterstützung in Höhe von rund 39 Milliarden Euro geleistet. Im militärischen Bereich sind es rund 55 Milliarden Euro. Insgesamt wird Deutschland der Ukraine in diesem Jahr 11,5 Milliarden Euro für ihren Abwehrkampf zur Verfügung stellen und ist damit zugleich 2026 stärkster Unterstützer der Ukraine.
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